Auf den Spuren von Steph Curry

Der Basketball-Superstar Stephen Curry hat in der NBA am Sonnabend beim 121:118 nach Verlängerung seiner Golden State Warriors bei den Oklahoma City Thunder zwölf Dreier versenkt und damit erneut einen neuen NBA-Rekord aufgestellt. Insgesamt hat er beim Endspurtsieg der Warriors 46 Punkte markiert.

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Das hat der Kollege Daniel Niebuhr vom Delmenhorster Kreisblatt (dk)  derals Aufhänger genommen, um über einen Rekord zu berichten, den Stacy Sillektis in der hiesigen Oberliga aufgestellt. Elf Dreier hat der Spielertrainer der Delmenhorster Devils beim 122:82 gegen den Bremer TV Friesen am Sonntag markiert.

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Er hat allen Grund zum Strahlen: Stacy Sillektis. Fotoquelle: DTV

Insgesamt sammelte der 39-Jährige in diesem Spiel sage und schreibe 47 Punkte – einen mehr als Curry, der auch noch die Zusatzzeit der Verlängerung hatte.
Daniel hat das im dk auch noch mit einem Video dokumentiert.

Hier Daniel Bericht im dk: Bericht im Delmenhorster Kreisblatt

Sensation und Neuzugang

Von Dieter Freese

Wer von den Delmenhorster Fans die gut einstündige Fahrt in die Diepholzer Mühlenkamphalle nicht auf sich nehmen wollte, hat etwas Großes verpasst. Den 30:26-Sieg der Delmenhorster Oberliga-Handballer bei der HSG Barnstorf/Diepholz als „historisch“ zu bezeichen wäre etwas überzogen, etwas ganz Besonderes haben die Jungs des Trainerduos Andre Haake und Werner Rohlfs aber auf jeden Fall geschafft. Sie haben die beeindruckende Heimserie der Barnstorfer geknackt. Die Gastgeber waren nämlich seit 29 Monaten in eigener Halle unbesiegt, hatten zum letzten Mal am 27. September 2013 in eigener Halle verloren.

Auch damals schaffte das eine Mannschaft aus dem hiesigen Spielkreis: Die TSG Hatten/Sandkrug gewann mit 35:34 (19:18). In der hektischen Schlussphase mit drei Roten Karten gegen die Hausherren verwandelte Fabian Knieling mit der letzten Aktion einen Siebenmeter zum Endstand. Die HSG wurde am Ende der Saison mit einem Punkt hinter der SG Achim/Baden Zweiter, die TSG landete auf Platz acht.

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Jetzt waren es die Delmenhorster, die das Team des aktuellen Trainers Dag Rieken in ihrer Festung niederkämpften. Eine vor allem nach der Pause bärenstarke Defensive mit einem überragenden Sönke Schröder im Tor waren der Grund für diesen unerwarteten Erfolg der HSG Delmenhorst vor 250 Zuschauern. Mit Superlativen soll man zwar sparsam umgehen, aber es war eine Sensation, die anschließend noch bis in die frühen Morgenstunden gebührend gefeiert wurde.

Torben Kruse kommt nach Delmenhorst

Es war ohnehin ein erfreulicher Tag für die HSG. Schon vor dem Coup in Barnstorf hatte die HSG  Grund zur Freude. Die Verantwortlichen konnten nämlich schon vor dem Spiel bekannt geben, dass mit Torben Kruse der erste Neuzugang für die Saison 2016/17 verpflichtet worden ist. Der 27-Jährige, der bereits vor der laufenden Spielzeit bei der HSG im Gespräch war, sich dann aber für den Oberliga-Konkurrenten TSG Hatten-Sandkrug entschied, trug davor das Trikot des TV Neerstedt, spielte dort unter anderem mit den jetzigen HSG-Akteuren Stefan Timmermann, Olaf Sawicki und Philipp Freese zusammen. Die Delmenhorster dürfen sich auf eine Verstärkung vornehmlich für den linken Rückraum freuen.

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Demnächst wieder in einem Team vereint: Philipp Freese und Torben Kruse (rechts),
hier bei ihrer Verabschiedung beim TV Neerstedt.
                           Foto: Dieter Freese

Kruse hatte dem Verein seine Entscheidung am Donnerstagabend mitgeteilt. Der junge Familienvater, der im im Mai Vater eines Sohnes geworden war, legte private und berufliche Gründe für einen erneuten Wechsel zugrunde. Zukünftig muss der in Delmenhorst wohnhafte, 1,90 Meter lange Rückraumspieler nur noch wenige Minuten aufwenden, um beim Training oder zu den Heimspielen vor Ort zu sein. Kruse hatte das Handballspielen bei der TSG erlernt. Als Jugendlicher war er zum TV Neerstedt gewechselt, wo er bis zur Saison 2014/15 spielte, bevor er nach Sandkrug zurückkehrte.

Sensationssieg soll gegen Achim vergoldet werden

Wie geht es jetzt weiter mit den Delmenhorster Handballer in Richtung Saisonziel, der im ersten Jahr nach dem Aufstieg Klassenerhalt heißt?  Der nächste Gegner heißt am kommenden Sonntag ab 17 Uhr in der heimischen Stadionhalle SG Achim/Baden. „Gegen Achim müssen wir den heutigen Sieg hier in Barnstorf am Sonntag vergolden“, sagte HSG-Trainer Werner Rohlfs direkt nach dem Abpfiff, als seine Schützlinge inklusive seinem Trainer-Kollegen Andre Haake noch in der Halle herumsprangen und „Auswärtssieg“ skandierten. Nur dann habe diese Sensation einen wirklichen Wert. Die SG steht ist drei Punkten mehr auf dem Konto auf Platz neun – zwei Ränge vor den Delmenhorstern. Auswärts hat das Team von Trainer Steffen Aevermann erst einmal gewonnen – vor acht Tagen mit 22:19 in Elsfleth.  Am vorigen Sonnabend hielten sich die Achimer beim 31:37 in heimischer Umgebung gegen „Überflieger“ SV Beckdorf ganz achtbar.

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Das Restprogramm für die HSG Delmenhorst.

Am 12. März steht für die HSG die Reise zum Tabellenfünften HSG Schwanewede/Neunkirchen an und eine Woche später, am Sonnabend, 19. März, tritt um 19 Uhr die SGVO Bremen in Delmenhorst an. Ein sogenanntes „Vier-Punkte-Spiel“ im Kampf um den Ligaverbleib. Das gilt auch für das Heimspiel gegen den TV Cloppenburg am 23. April.

Nach der Osterpause wartet am 9. April aber zunächst der TV Neerstedt auf die HSG. Das Derby gegen die zurzeit durch Verletzung gebeutelte Mannschaft von Trainer Jörg Rademacher ist auch ein Spiel, dass die HSG  an einem gute Tag gewinnen kann. Ein Woche vor dem Cloppenburg-Spiel  kommen die auch auswärts starken Edewechter an die Delme.

Am vorletzten Spieltag steht die lange Fahrt zum noch punktlosen Schlusslicht SG Neuenhaus/Uelsen auf dem Spielplan und zum Saisonfinale haben die Delmenhorster den aktuellen Tabellendritten TV Bissendorf zu Gast. Es bleibt zu hoffen, dass der Ligaverbleib schon vor dieser schweren Partie gesichert ist und die HSG-Akteure gemeinsam mit ihren treuen Fans den Abschluss einer erfolgreichen Saison feiern können.

Titelbild:  Hoch konzentriert gingen die Delmenhorster Handballer (rote Trikots mit, von links: Philipp Freese, Meik Schäfer, Michael Uken, Nicolas Schanthöfer und –verdeckt – Benjamin Janssens)  in der Diepholzer Halle zu Werke und wurden mit einem Sensationssieg belohnt.
Foto: Dieter Freese

Hartmut Konschal zu Besuch bei Atlas-Fanclub

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Hohen Besuch hatte der Atlas-Fanclub „Blau Gelb Reloaded“ gestern Abend auf ihrer dritten Mitgliederversammlung bei „Jan Harpstedt“: Als Ehrengast war diesmal der frühere Erfolgstrainer des SV Atlas Delmenhorst, Hartmut Konschal, eingeladen worden. Der dürfte den Atlas-Fans besonders durch den Aufstieg in die Regionalliga 1995 bekannt sein. Dabei waren auch seine ehemaligen Spieler Dirk Musiol, Uwe Hammes, Manuel Mutlu und Matthias Kaiser. Neben rund 40 Mitgliedern von Blau Gelb Reloaded und einigen Pressevertretern waren auch der Sportliche Leiter des SV Atlas, Jörg Rosenbohm, und der Betreuer der 1. Herren, Hergen Küpker, vor Ort.

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Hartmut Konschal (vorne links) im Kreise seiner ehemaligen Spieler. Hinten von links: Uwe Hammes, Manuel Mutlu, Matthias Kaiser und (vorne rechts) Dirk Musiol.

Seit dem späten Nachmittag war Hartmut Konschal schon in Delmenhorst. Es stand ein Besuch bei Kevin Drewes in dessen Atlas-Museum auf dem Programm. Von dem mit viel Liebe eingerichteten Museum zeigte sich Konschal sichtlich begeistert. Einige Erinnerungen wurden bei ihm wach.IMG_8102
Im Atlas-Museum, von links: Ulrich Doepner, Hartmut Kosschal und Kevin Drewes.

Die Mitgliederversammlung eröffnete Jörg Rosenbohm mit einer Rede. Dann folgte die Gesprächsrunde mit den Ehrengästen, eingeleitet von Ulrich Doepner, der mit Hartmut Konschal gut befreundet ist und den Kontakt hergestellt hatte.

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Es wurde viel in Erinnerungen geschwelgt und oft gelacht. In sehr familärer Atmosphäre entwickelte sich rasch ein schöner Abend. Zur Auflockerung wurde ein Monitor aufgebaut, auf dem noch einmal Szenen des Aufstiegs in die Regionalliga gezeigt wurden.

Vielen Dank an Kevin Drewes, 
der den Text verfasst 
und die Fotos zur 
Verfügung gestellt hat.

In Hoykenkamp hat’s geknallt

Wumm!! In Hoykenkamp hat es am gestrigen Dienstag gekracht. Die Landesliga-Handballer der dortigen Turnerschaft haben sich mit sofortiger Wirkung von ihrem Trainer Jörn Franke getrennt.

Laut Delmenhorster Kreisblatt (k) hat sich die Landesliga-Mannschaft nach einer Krisensitzung gegen den Dötlinger Handballlehrer ausgesprochen. Wohlgemerkt in einer Phase, in der die Hoykenkamper immer noch gut im Aufstiegsrennen liegen.

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Einige Spieler wollten laut dk nicht mehr mit dem bisherigen Coach zusammenarbeiten. Ihrer Meinung nach sei die Ansprache in den Punktspielen manchmal zu streng gewesen. Sie sei auch zu persönlich herübergekommen. Sinnigerweise wurde Franke, der die TSH in der vorigen Saison zur Vizemeisterschaft geführt hatte, dann aber in den Aufstiegsspielen am TuS Rotenburg gescheitert war, die Entscheidung der Mannschaft gestern kurz vor Trainingsbeginn mitgeteilt. Schon bei dieser Übungseinheit war Lennard Timmermann als neuer Interimstrainer verantwortlich.

Timmerman, der kürzlich seine aktive Laufbahn verletzungsbedingt beendet hatte, hat auch gleich eine knifflige Aufgabe zu lösen. Am Sonntag um 16 Uhr kommt es in der Heider Halle zum Landkreis-Derby gegen den TV Neerstedt II.

Diese Geschichte wirft Fragen auf. Waren die Ansprachen des Trainers tatsächlich zu heftig und gingen sie vielleicht sogar unter die Gürtellinie? Oder konnten die Spieler es nicht vertragen, dass ihre Fehler klar und auch in direkter, persönlicher Ansprache aufgezeigt wurden? Ich weiß es nicht, war nicht dabei.

Autor: Dieter Freese

DSV 05 mit zwei Team in der 2. Bundesliga

Der Delmenhorster Schwimmverein von 1905 (DSV 05) schreibt zurzeit Schlagzeilen. Zum einen steht der Vollzug der Fusion mit dem Delmenhorster Schwimm-Club (DSC) in der nächsten Zeit bevor. Zum anderen ist nun bekannt geworden, dass der zukünftige Delmenhorster Gesamtverein in Sachen Schwimmen dann auch gleich mit zwei Teams in der 2. Bundesliga an den Start gehen kann.

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Michael Strauß, Schwimmwart des Norddeutscher Schwimmverbandes
Schwimmwart hat beim DSV 05 mit folgendem Schreiben große Freude ausgelöst:

„Liebe Schwimmsportfreunde,
als Rundenleiter der 2. Bundesliga Nord im Deutschen Mannschaftswettbewerb Schwimmen freue ich mich euch mitteilen zu können, dass ihr im Fernvergleich der Landesligen den Aufstieg geschafft habt. Damit schwimmen eure Mannschaften bei der DMS 2017 in der 2. Bundesliga Nord.“

Die Aufsteiger bei den Frauen sind DSV 05, SC Delphin Lübeck und die TSG Huchting/Blumenthal Bremen Bei den Männer gehen DSV 05 und SG Wasserratten Norderstedt hoch.

Sowohl das männliche als auch das weibliche Team des DSV 05 ist in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Fotoquelle: DSV 05 Facebook

Sowohl die Mädels wie auch die Jungen hatten in der DMS-Landesliga den ersten Platz erreicht. Das Damen-Team erreichte 13.879 Punkte und lag damit 576 Punkte vor dem Zweitplatzierten und wäre in der 2. Bundesliga damit knapp hinter dem 10. Platz gelandet.

Die Herren schafften bei 14.026 Punkten einen Vorsprung von 620 Zählern gegenüber dem Zweiten, das wäre in der 2. Bundesliga der 12. Platz gewesen.

 

Logemann übernimmt HSG-Frauen

Harald Logemann wird die Landesliga-Handballerinnen der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg in der neuen Spielzeit trainieren. Er tritt damit die Nachfolge des zum Saisonende ausscheidenden Timo Hermann an. Der 58-Jährige ist momentan noch für das zweite Frauen-Team des SV Werder Bremen verantwortlich, mit dem er in der Landesliga Bremen den siebten Platz belegt.

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In seiner Laufbahn war Logemann, der auch schon die Männer des TSV Ganderkesee unter seinen Fittichen hatte, unter anderem bereits für die Frauenteams des TSV Ganderkesee, der TS Woltmershausen und des TSV Morsum aktiv, ehe er bei Werder anheuerte. Mit den Bremerinnen spielte der Trainer in der Vorsaison noch in der Oberliga, am Ende stieg das Team gemeinsam mit Grüppenbühren in die Landesliga ab. „Ich kenne meine neue Mannschaft also schon ein bisschen“, sagte der B-Lizenz-Inhaber dem Delmenhorster Kurier.

Anfang März soll Logemann den Grüppenbührener Handballerinnen vorgestellt werden. „Ich hoffe, dass die Mannschaft zusammenbleibt“, sagte er dem Kurier. Laut Grüppenbührens Vereinsvorsitzender Holger Jüchter wird der neue Mann auf der Bank allerdings ohne zwei Leistungsträgerinnen planen müssen. „Marieke Hermann und Jasmin Borchers wollen sich in die dritte Mannschaft zurückziehen“, wird der Vereinschef zitiert. Logemann will sich auf die Suche nach Verstärkungen machen.

Interessante Kurzmeldungen unter
https://grafikdesignblog.wordpress.com/kurz-und-bundig/
u. a.: Neitzel verlängern bei HSG-Handballerinnen
LGGG-Athleten bei der DM
– Große Aufgabe für Daniel Kleinert
– Viertbester Leichtathlet des Landes
– Paulding bleibt ein Oldenburger
– Fußballer in Kleinenkneten haben nur noch ein Team
außerdem findet ihr dort interessante News 
aus den Ligen mit hiesiger Beteiligung
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sportlocal@online.de

 

Am Rande, aber live

Viele Sportarten leiden darunter, dass sich die TV-Sender nur wenig oder gar nicht für sie interessiert. Das fängt seit 2014 ein Internetsender auf.  Bei sportdeutschland.tv finden die Anhänger dieser Sportarten ihr Forum mit vielen Livestreams, Hintergrundberichten und sonstigen Informationen. Ich habe dieses Portal für meine Blog-Leser einmal etwas genauer beleuchtet.
Von Dieter Freese

Fast 13 Millionen Zuschauer verfolgten den EM-Sieg der deutschen Handball-Nationalmannschaft gegen Spanien. Damit deklassierten die Handballer sogar den „Tatort“. Im Schnitt verfolgten 12,98 Millionen Fans das Finale der Handball-Europameisterschaft und bescherten dem Ersten damit am frühen Abend einen herausragenden Marktanteil von 42,0 Prozent.

Die Öffentlich Rechtlichen haben sich bei der Europameisterschaft in Polen auf die deutschen Spiele beschränkt, die vielen anderen, hochinteressanten Begegnungen waren außen vor. Ich habe dennoch fast alle EM-Spiele gesehen live – beim Internetsender sportdeutschland.tv – in bester Qualität. Zum Teil habe ich mir die EM bei einem Bier an der Theke sogar auf meinem iPhon angeschaut.

Handball-EMÜber eine Million Zuschauer haben im Januar Übertragungen, Berichte, Highlights
und Analysen zur Handball-EM bei sportdeutschland.tv mitverfolgt.
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In diesem Portal werden die bei den gängigen Sendern meistens am Rande stehenden Sportarten abgebildet, wobei der Fokus vor allem auf die olympischen Sportarten gelegt werden soll. In Livestreams sind abseits von Fußball und Formel 1 unter anderem die Punktspiele und Turniere der Volleyballer, der Tischtennis-Akteure, der Turner, der Hockeyspieler oder der Basketballer zu sehen. Seit Oktober 2014 verfügt das Portal über eine Sendelizenz der Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK). Damit ist der Web-TV-Sender dazu berechtigt, Sportberichte live oder on demand ins Netz zu übertragen. Der Fokus liegt dabei auf Sportarten, die es selten auf die große TV-Bühne schaffen. DOSB New Media will auf diese Weise eine Öffentlichkeit für die olympischen Sportarten aus der zweiten Reihe schaffen.

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Geschäftsführer der DOSB New Media ist Oliver Beyer. Die Webpräsenz von sportdeutschland.tv hat längst widerlegt, nur ein Portal für jene Inhalte zu sein, für die sich beim „richtigen Fernsehen“ niemand interessiert hat. Sie ist vielmehr eine Dachmarke für Sportarten abseits der lukrativen Sportarten wie Fußball oder Formel 1. Der Gewinn der ersten Medaille bei einer Volleyball-Weltmeisterschaft oder Liveberichte von der Turn-WM liefen auf sportdeutschland.tv.

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Es ist nicht unser Ansatz, so zu tun, als seien wir ein großer Fernsehsender, sagt Geschäftsführer Oliver Beyer. Fotoquelle: sportdeutschland.tv

Pro Sieben Sat 1 gehören 57,5 Prozent an der DOSB New Media. Die übrigen Anteile halten der DOSB (27,5 Prozent) sowie die Produktionsgesellschaft GIP Media Productions (15 Prozent). Neben Beyer gehören Rolf Illenberger, SVP New Business Pro Sieben Sat 1 Digital & Adjacent, und Björn Beinhauer, bisher Projektleiter Sportdeutschland.tv, zur Geschäftsführung.

Bei der Handball-EM stieg das Interesse der Öffentlichkeit mit den Erfolgen der deutschen Mannschaft – und damit auch an den Spielen ohne deutsche Beteiligung. Die Verantwortlichen von sportdeutschland.tv hatten sich mit SportA, der Rechteagentur der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten, für das Turnier in Polen geeinigt. Alle Spiele ohne das deutsche Team waren online live und auf Abruf zu sehen. Die Begegnungen der deutschen Mannschaft unmittelbar nach Abpfiff als Aufzeichnung. Es war ein Erfolgsmodell: Über eine Million Zuschauer haben im Januar Übertragungen, Berichte, Highlights und Analysen zur Handball-EM und weiteren Sportevents verfolgt.

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Jeden Tag werden zahlreiche Livestreams auf sportdeutschland.tv angeboten. Screenshot

Aber Sportmedia.TV geht es vor allem um die Sportarten am Rande. Im Oktober des vergangenen Jahres wurden zum Beispiel die Bundesmeisterschaften im Pool-Billard in Darmstadt übertragen. sportdeutschland.tv stellte die Logistik und die Technik mit der erforderlichen Bandbreite und ermöglichte damit das Streaming. Der Verband oder der Verein sorgte dafür, dass ein Kommentator, der sich auch einen Experten an seine Seite holen kann, die Bilder mit Sprache und Kompetenz begleitet. Im Prinzip beruht das Modell auf einer Partnerschaft des Gebens und Nehmens zwischen den Sportverbänden und dem Portal.

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Ob Volleyball oder Hockey, viele Sportarten werden auf sportdeutschland.tv abgebildet
– live oder als Hintergrundbericht.
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So hat die Volleyball-Bundesliga zum Beispiel hat mit den Erstligisten zum Beispiel verbindlich vereinbart, sämtliche Ligaspiele live für  sportdeutschland.tv zur Verfügng zu stellen. Das hat sich herumgesprochen: Wer Volleyball sucht, klickt mitterweile sportdeutschland.tv an.

Auch die Tischtennis-Bundesliga (TTBL) liefert fleißig. Die TTBL war bereits vor sportdeutschland.tv im Internet präsent. „Wir wollten nicht warten, bis Fernsehzeiten vom Himmel fallen“, sagte TTBL-Geschäftsführer Nico Stehle dem Verbandsmagazin „Sport-Jourmalist“.

Randsport
Was ist eigentlich Spartan Race (links) oder Korfball?
Auch diesen Sportarten bietet deutschlandsport.tv ein Forum. 

Das Internet-Portal pflegt aber weiter die ursprünglich Idee, Vielfalt abzubilden. So wird es auch weiterhin Bilder vom  Spartan Race, Kanu-Polo oder Tauziehen geben – oder vom Korfball, Finswimming oder Wakeboard.  Die Exoten bleiben ebenso im Programm wie Judo-Grand Prix, die Basketball-Liga Pro A und B sowie die Basketball-Bundesliga der Frauen, die Beach-Volleyball-World-Tour, der ADAC Supercross, die Handball-Bundesiga der Frauen, die Jugend-Winterspielen oder die Hockey-DM und Reitsport.   Selbst als DOSB-Präsident Alfons Hörmann im Oktober 2015mit hochkarätigen Gesprächspartnern zum Thema „Olympiabewerbung Deutschland – Wollen wir die Spiele überhaupt“ diskutierte, war sportdeutschland.tv live dabei.

Für ein Feedback bin ich immer dankbar:
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Kollektives Kopfschütteln

Alleine die Überschrift stößt einem schon bitter auf. Im Internet hat die Handball-Kolumne „Die Alternative für Deutschland“ (Blutnah und widerständig: Wir haben den Handball wiederentdeckt. Weil diese Mannschaft eine kartoffeldeutsche Sehnsucht bedient, die gerade wieder schwer im Kommen ist) von Wolfram Eilenberger bei Zeit Online (Kolumne von Eilenbergereinen Shitstorm ausgelöst.

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Auf die aus Sicht fast aller Handballfreunde unsäglichen Auswürfe von Eilenberger hat Chefredakteur Christian Ciemalla von Handball-world.com in lesenswerter Art und Weise geantwortet („Wer im linken Mittelfeld spielt, sollte nicht zu weit rechts auftauchen – verbal verdribbelt“) (Artikel bei handball-world.com)

Wie wär’s mit ein paar „kartoffeldeutschen“ Kommentaren von euch, liebe Handballfreunde…

Von Dieter Freese
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Schindler kehrt nach Bremen zurück

Ja, ich gebe zu: Die Überschrift könnte Begehrlichkeiten wecken und vielleicht ein wenig in die Irre führen. Aber sie ist nicht falsch. Der Delmenhorster „Bubi“, Kevin Schindler kehrt am Sonnabend tatsächlich in die Hansestadt zurück, tritt auf Platz 11 am Weserstadion um 14 Uhr mit seinem SV Wehen/Wiesbaden bei der U23 des SV Werder an. Es ist das Duell des Tabellenachten gegen den gastgebenden 16.

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Vor dem Spiel am Sonnabend hat der 27-Jährige und beidfüßige Fußballer, der einst beim Delmenhorster TB das Fußball spielen erlernt hat, bei den Werder-Profis sowohl in der Bundesliga als auch in der Champions League eingesetzt worden ist und beim FC St. Pauli nur „Bubi“ genannt wurde, im dfb-net ein Interview gegeben.

Hier kann es nachgelesen werden: Interview Kevin Schindler

Titelfoto: Kevin Schindler (bitte) im Trikot des SV Wehen/Wiesbaden. Fotoquelle: DFB

 

Sponsoring: „Haste `mal `nen Euro?“

Das schwere Los der Vereine bei der Sponsorensuche

Autor: Dieter Freese [*]

Aufstieg! Großer Jubel! Die lange Traningsarbeit hat sich endlich ausgezahlt, das Ziel ist erreicht, Trainer und Aktive feiern lange und ausgiebig. Die Verantwortlichen im Verein feiern mit. Doch schon im Vorfeld haben sich die Verantwortlichen ihre Gedanken gemacht: „Wie sollen wir die erhöhten Kosten in der höheren Liga finanzieren?“ Weitere Sponsoren müssen her, das ist klar. Aber – welcher kleine Verein kennt das nicht – das Werben um Geldgebern ist nicht so einfach. Die Idee, einfach hinzugehen und zu fragen „Haste `mal `nen Euro?“ wird kläglich scheitern. Ich habe mir einmal ein paar Gedanken zu diesem Thema gemacht und vielleicht auch ein paar Tipps parat…

Konzepte müssen her. Hier in Delmenhorst möchte ich zwei Vereine nennen, die sich mit Konzepten in größerem Rahmen um Sponsoren bemühen: Die aufstrebenden Bezirksliga-Fußballer des SV Atlas und die gerade aufgestiegenen Oberliga-Handballer der HSG Delmenhorst. Neben ausgereiften Sponsoren-Planungen können diese beiden Clubs von ihren Namen und Erinnerungen an die Vergangenheit zehren. SV Atlas kann die blau-gelbe Tradition aus früheren, großen Fußballzeiten an der Delme in die Waagschale werfen. Die HSG profitiert bei der Sponsorensuche davon, dass sich Delmenhorst auch in der Verganheit als „Handball-Stadt“ einen Namen gemacht hat. Volle Hallen bei Spielen des SV Atlas, des TV Deichhorst und des VSK Bungerhof werden sicher auch bei einigen honorigen Geschäftsleuten noch in Erinnerung sein.

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Andere Vereine  – nicht nur in Delmenhorst und Umgebung –  haben es bei der Sponsorensuche sicher schwerer. Wobei es – vor allem im Handball – in ländlichen Gegenden leichter zu sein, Gönner zu finden als in den Städten. Gefälligkeits-Sponsoring heißt hier das Zauberwort.

Aber was bedeutet eigentlich „Sponsoring“, das früher einmal „Sportwerbung“ genannt und von den Medien gehasst wurde wie des Teufels Großmutter. Penibel wurde darauf geachtet, dass ja keine Werbung ins Bild kommt. „Schleichwerbung“ hieß das verteufelte Wort. So nahmen Fernsehsender wegen Bandenwerbung zeitweise sogar Eishockey-Übertragungen aus dem Programm. Seit dem 1. April 2010 aber dürfen Privatsender in Spielfilmen, Serien, Sportsendungen und sogenannten Formaten der leichten Unterhaltung bezahlte Produktplatzierungen – im Fachjargon Product-Placement – einsetzen.

Der Löwe mutiert zum Jägermeister-Hirsch

Als Vorreiter der Sportwerbung gilt der Präzedenzfall der ersten Trikotwerbung. Am 24. März 1973, als Trikotwerbung noch nicht erlaubt war, lief die Mannschaft von Eintracht Braunschweig im Fußball-Bundesligaspiel gegen Schalke 04 erstmals mit dem Logo eines Unternehmens auf. Die Eintracht hatte das bisherige Wappentier, den Braunschweiger Löwe, zu einem Hirschen mutieren lassen, dem Markenzzeichen des Unternehmens „Jägermeister.

Sponsoring beinhaltet in der Regel einen Vertrag zwischen einem „Geber“ und einem „Nehmer“. Die Förderung und Unterstützung eines Vereines ist oft nicht nur ein „positiver Nebeneffekt“, sondern dient dem Sponsor häufig als Teilaspekt der Öffentlichkeitsarbeit. „Juristisch gesehen ist die Grundlage für das Sponsoring ein Vertrag zwischen einem Sponsor und einem Gesponserten mit dem Aspekt, dass der Gesponserte vom Sponsor finanzielle oder materielle Unterstützung erhält und als Gegenleistung die Nutzung der Namensrechte und verschiedener Kommunikationsplattformen bereitstellt“, schreibt die Delmenhorsterin Hannah Eilers [*] in ihrer Bachelor-Arbeit.

„Sportsponsoring hat sich insbesondere für den Spitzensport zu einem bedeutenden Finanzierungsinstrument entwickelt,“ schreibt Hannah Eilers, „da Großveranstaltungen ohne Beteiligung von Sponsoren kaum möglich wären. Zwar wird der Breitensport in absoluten Beträgen stärker gefördert, doch diese Förderungen kommen in Relation weniger Empfängern zu Gute.“

Aber kommen wir zurück zur Frage, wie kleinere Vereine an das nötige Geld kommen können. „Die meisten Sportvereine wirtschaften auf Grundlage einer Mischfinanzierung aus internen und externen Mitteln. In den vergangenen Jahren nahm der Bedarf an Finanzmitteln allerdings immer weiter zu, sodass sich vor allem der fremdfinanzierte Anteil an Geldern erhöhte“, hat Hannah Eilers herausgefunden. 54,3 Prozent der Einnahmen kommen demnach aus internen Quellen wie Mitgliedsbeiträgen, Aufnahmegebühren und Spenden der Mitglieder.  Aus externen Quellen stammen öffentliche Zuschüsse und Zuschüsse der Sportorganisation mit einem Anteil von 12,4 Prozent sowie Einnahmen aus der Vermögensverwaltung (5,3 Prozent).

Normalerweise hat ein kleiner Verein aus der sechsten oder siebten Liga keine Chance, ein großes Unternehmen als Sponsor zu gewinnen. „Wir wollen einen Gegenwert für unser Geld haben“, lautet die Antwort der Unternehmen bei Nachfragen.

Nicht einfach losrennen – erst Gedanken machen

Aber jetzt nicht gleich die Flinte ins Korn werfen, sondern fragen „Worauf muss ich aber achten, wenn ich mich auf Sponsorensuche begebe?“ Grundsätzlich gilt, nicht einfach losrennen, sondern sich vorbereiten, Trümpfe sammeln:
♣ Ein Leitbild muss entwickelt werden, in dem klar wird, welche Ziele der Verein verfolgt und wie die erreicht werden sollen.
♣ Bekannte Teams oder Clubs haben es einfacher. Sie müssen nicht erst zehn Minuten lang erklären, wer Sie sind und was Sie machen. Das heißt, bevor das Thema Sponsoring in Angriff genommen wird, müssen erst diese drei wichtigen Aufgaben erledigt werden: Kommunizieren, kommunizieren und noch einmal kommunizieren.
♣ Die personellen Ressourcen im Verein müssen abgeklopft werden. Das beste Sponsoringkonzept hilft nichts, wenn niemand Zeit hat, es umzusetzen.
♣ Was macht die Konkurrenz und welche Vorteile könnte dem Unternehmen die Förderung meines Vereins bringen? Also, einen Überblick über den Sponsoring-Markt vor Ort verschaffen, um darauf reagieren und die richtigen Angebote entwickeln zu können.
Festlegen, wofür ein Sponsorpartner gesucht wird (Trikotwerbung, Bandenwerbung, Werbung auf der Vereins-Homepage, Präsentant bei einzelnen Spielen etc). Je bekannter dein Verein ist, desto eher besteht die Möglichkeit, einen Sponsor zu finden. Je weniger bekannt er ist, desto mehr muss man sich auf das Projektsponsoring konzentrieren.
♣ Ganz wichtig ist das Erstellen eines aussagekräftigen Sponsoringkonzepts mit entsprechenden Leistungsangeboten. Auf maximal zwei Seiten sollte zusammengefasst werden, worum es deinem Club oder der Mannschaft geht und wie er sich die Sponsoring-Partnerschaft vorstellt.
♣ Die Suche nach dem richtigen Sponsoringpartner. Welches Unternehmen kommt für mich als potenzieller Sponsor in Frage? Begeistert Firmen, die es bis jetzt noch nicht versucht haben, die dann in deinem Klub ein Alleinstellungmerkmal haben. Der kleine Fußballverein und die große Fluggesellschaft passen vielleicht doch nicht so gut zusammen.
♣ Vermeidet es, „kalte Kontakte“ ansprechen zu müssen. Versucht vom ersten Tag an, Kontakte zu den für euch interessanten Firmen zu knüpfen. Erstes Ziel muss es dann sein, einen persönlichen Termin zu bekommen. Erst dort geht es dann darum, ins Geschäft zu kommen.
♣ Und danach? Kontakte zu den Firmen pflegen. Ob ein Unternehmen euch gesponsert hat oder nicht spielt dabei keine Rolle. Baut eine Beziehung zu dem Unternehmen auf, damit der euren Klub entweder erneut oder zum ersten Mal unterstützt.

Natürlich ist es wichtig, sich auch die alten, konventionellen Fragen zu stellen. Gibt es Eltern oder Freunde, die selbst als Sponsoren in Frage kommen oder Kontakte vermitteln können?  Vielleicht kennt oder arbeitet jemand in einer Firma, die am Sponsoring interessiert sein könnte. Im Branchenbuch des Vereinsortes und im Internet sind eventuell potentielle Sponsoren zu finden. Der Bezug zum Wohnort kann beim Sponsoring ein entscheidender Faktor sein. Die Handwerkskammer, Industrie- oder Handelskammer kann helfen. Dort gibt es Adressen und gute Kontakte. Zur richtigen Zeit beim richtigen Sachbearbeiter –  das könnte klappen, zumal diesen Weg nicht jeder geht. Besonders in kleinen Orten oder bei Zeitungen und Wochenblättern mit geringer Auflage, lohnt sich häufig eine Anfrage, ob ein kleiner Artikel möglich ist. Der Trikotsponsor wird mit Foto bei der Übergabe der Ausrüstung abgedruckt.

Ein ausgereiftes Konzept ist wichtig

„Nur wenige Vereine sind dazu übergangen, sich gegebenen Wandlungstendenzen anzupassen und eine systematische, langfristige und fundierte Planung sowie Handhabung des Finanzmanagements einzuführen. Doch die zunehmende Diskrepanz zwischen den meist unveränderten Mitgliedsbeiträgen und Aufnahmegebühren bei einem steigenden Gesamtbudget erfordert Maßnahmen, die die wirtschaftlichen Einkünfte ausgleichen“, schreibt Hannah Eilers.

Ausgereiftes Konzept heißt also das Zauberwort. Bevor die Ansprache potentieller Sponsoren erfolgt, sollte überprüft werden, ob das Konzept folgenden Punkten – in der von Hannah Eilers erstellten – Grafik gerecht wird:

Konzept

Am Beispiel der HSG Delmenhorst kann aufgezeigt werden, wie ein Sponsoringkonzept in Anlehnung an die oben genannten Punkte innerhalb des Breitensports entstehen kann und welche Problematiken eine solche Erstellung mit sich bringt.

Das Prinzip der Spielgemeinschaft ist ein Drei-Säulen-Modell, das sich durch die drei Bereiche Jugend-, Leistungs- und Seniorenhandball auszeichnet. Sponsoren, Eltern, Schulen und auch Verwandte, Freunde oder passive Mitglieder bilden dabei den Grundstein des Vereins.

Drei Säulen

Auszüge aus der Bachelor-Arbeit von Hannah Eilers zum Konzept der HSG Delmenhorst findet ihr hier: Konzept HSG Delmenhorst

Ein konzeptloses Sponsoring und vor allem die Abhängigkeit von einem großen Gönner kann auch nach hinten losgehen. Es ist immer besser, sein Fundus an Geldgebern auf breite Füße zu stellen. Beispiele mit negativen Folgen hat es auch in der Region um Delmenhorst in der Vergangenheit einige gegeben.

Im Profibereich nimmt die Tendenz zum klassischen „Werbe-Overkill“ beim Sponsoring immer weiter zu. Ganze Ligen tragen den Namen der Sponsoren – „TOYOTA Handball-Bundesliga, Beko Basketball Bundesliga. Das Kreditkartenunternehmen Barclays lässt sich die Umbenennung der Premier League in die Barclays Premiership nach eigenen Angaben 28 Millionen Euro pro Saison kosten, die Erstliga-Fußballer in Frankreich spielen in der Ligue 1 Orange (Mobilfunkanbieter), in Österreich in der T-Mobile Bundesliga, in Belgien in der Jupiler League (Brauerei).

Diese Tendenz setzt sich auch bereits im Amateursport fort. So spielen die Fußballer in Niedersachsen mittlerweile nicht mehr um den Landes- oder Kreispokal, sondern um den Krombacher-Pokal. Der Vorstoß, die Kreisliga im Fußballkreis Oldenburg-Land nach einem Sponsor aus Groß Ippener zu benennen wurde kürzlich abgeschmettert – noch.

Das Fazit

Hannah Eilers zieht folgendes Fazit (Auszüge): Die Anforderungen an die Sportler seitens der Sponsoren und Medien sind nicht immer sportadäquat. Das wirft die Frage nach der Sportethik auf: Wie können Vereine, gerade im Bereich des Breitensports, nicht sportgerechte Einflussnahme im Rahmen der Kommerzialisierung verhindern?

Der sportliche Erfolg wird zunehmend durch die Wirtschaftlichkeit der Vereine beeinflusst. Es wird deutlich, dass sich die Vereine den neuen Gegebenheiten anpassen müssen. Das Beispiel der HSG Delmenhorst zeigt, dass dieser Wandel notwendig ist und auch Amateurvereine auf eine zunehmende Professionalität im Sponsoringmanagement zurückgreifen können und müssen. Themenfelder wie die CSR-Aktivitäten (CSR: Corporate Social Responsibility) der Unternehmen bieten dabei ein großes Potential, das es jetzt zu nutzen gilt. Es reicht nicht mehr länger aus, bei der Beschaffung von Sponsorengeldern nach dem Zufallsprinzip zu arbeiten. Vielmehr muss ein Umdenken erfolgen und das Sponsoring systematisch und langfristig geplant angegangen werden. Nur wenn sich die Amateurvereine an den Konzepten des Profiklubs orientieren, kann die Veränderung von einem traditionellen Idealverein hin zu einem modernen markt- und entwicklungsfähigen Sportverein erfolgen.

Die Vereine sind zunehmend auf die finanzielle Unterstützung von Sponsoren oder Zuschüsse der Kommunen angewiesen. Doch damit entstehen, genau wie im Profibereich, Abhängigkeiten. Selbst die Spieler in den Jugendbereichen sind sich im Klaren darüber, dass sie mögliche Trikotsponsoren nur für sich gewinnen können, wenn sie erfolgreich und möglichst oft in den regionalen Medien vertreten sind. Es ist doch sehr prekär, dass dieser Wettkampfgedanke um Siege und potentielle Geldgeber schon im frühen Jugendalter beginnt und in vielen Vereinen im Vordergrund steht. War der eigentliche Gedanke des Mannschaftssports doch viel eher der, ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu schaffen und die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen zu fördern.

Trotzdem wäre es schon sehr drastisch, zu behaupten, dass zum Beispiel die Seele des Handballsports auf dem Altar des Geldes geopfert wird. Diese Entwicklung im Bereich des Sponsoring bringt auch Vorteile mit sich: Je stärker der Handball in den Medien präsent ist, desto eher können sich die Vereine über Mitgliederzuwachs freuen. So dürfte es sein, dass der jüngste Gewinn des EM-Titels durch unsere Handballer einen Boom auslöst. Erfreulich wäre es auch, wenn sich ARD und ZDF doch dazu durchringen könnten, Geld in die Hand zu nehmen und die WM 2017 im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu präsentieren. Ein Blick auf die Einschaltquoten bei der EM wird den Intendanten die Entscheidung hoffentlich erleichtern.

Da die Auswirkungen der Kommerzialisierung schwer einzugrenzen sind, ist es nun die Aufgabe der Funktionäre, die Chancen zu nutzen und gleichzeitig gewisse Risiken zu vermeiden. Es ist sehr wichtig, dass das gesamte Potential des Handballsports ausgeschöpft wird. Im Kampf um Sponsoren hat er allzu oft das Nachsehen, weil Fußball nach wie vor die Sportart Nummer eins in Deutschland ist. Daher ist es wichtig, dass der Handballsport angemessen vermarktet wird, sowohl im Breiten- als auch im Profisport. Hierbei sollten die Verantwortlichen aber nicht beim großen Bruder Fußball „abgucken“, sondern auf die eigenen Tugenden und Werte zurückgreifen.

Denn wie sagte es einst der berühmte deutsche Dichter Wilhelm Busch? „Wer in den Fußstapfen eines anderen wandelt, hinterlässt keine eigenen Spuren.“

[*] Ich bedanke mich bei Hannah Eilers, 
die mir erlaubt hat, aus ihrer hervorragenden 
Bachelor-Arbeit zu zitieren.

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