Sensation und Neuzugang

Von Dieter Freese

Wer von den Delmenhorster Fans die gut einstündige Fahrt in die Diepholzer Mühlenkamphalle nicht auf sich nehmen wollte, hat etwas Großes verpasst. Den 30:26-Sieg der Delmenhorster Oberliga-Handballer bei der HSG Barnstorf/Diepholz als „historisch“ zu bezeichen wäre etwas überzogen, etwas ganz Besonderes haben die Jungs des Trainerduos Andre Haake und Werner Rohlfs aber auf jeden Fall geschafft. Sie haben die beeindruckende Heimserie der Barnstorfer geknackt. Die Gastgeber waren nämlich seit 29 Monaten in eigener Halle unbesiegt, hatten zum letzten Mal am 27. September 2013 in eigener Halle verloren.

Auch damals schaffte das eine Mannschaft aus dem hiesigen Spielkreis: Die TSG Hatten/Sandkrug gewann mit 35:34 (19:18). In der hektischen Schlussphase mit drei Roten Karten gegen die Hausherren verwandelte Fabian Knieling mit der letzten Aktion einen Siebenmeter zum Endstand. Die HSG wurde am Ende der Saison mit einem Punkt hinter der SG Achim/Baden Zweiter, die TSG landete auf Platz acht.

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Jetzt waren es die Delmenhorster, die das Team des aktuellen Trainers Dag Rieken in ihrer Festung niederkämpften. Eine vor allem nach der Pause bärenstarke Defensive mit einem überragenden Sönke Schröder im Tor waren der Grund für diesen unerwarteten Erfolg der HSG Delmenhorst vor 250 Zuschauern. Mit Superlativen soll man zwar sparsam umgehen, aber es war eine Sensation, die anschließend noch bis in die frühen Morgenstunden gebührend gefeiert wurde.

Torben Kruse kommt nach Delmenhorst

Es war ohnehin ein erfreulicher Tag für die HSG. Schon vor dem Coup in Barnstorf hatte die HSG  Grund zur Freude. Die Verantwortlichen konnten nämlich schon vor dem Spiel bekannt geben, dass mit Torben Kruse der erste Neuzugang für die Saison 2016/17 verpflichtet worden ist. Der 27-Jährige, der bereits vor der laufenden Spielzeit bei der HSG im Gespräch war, sich dann aber für den Oberliga-Konkurrenten TSG Hatten-Sandkrug entschied, trug davor das Trikot des TV Neerstedt, spielte dort unter anderem mit den jetzigen HSG-Akteuren Stefan Timmermann, Olaf Sawicki und Philipp Freese zusammen. Die Delmenhorster dürfen sich auf eine Verstärkung vornehmlich für den linken Rückraum freuen.

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Demnächst wieder in einem Team vereint: Philipp Freese und Torben Kruse (rechts),
hier bei ihrer Verabschiedung beim TV Neerstedt.
                           Foto: Dieter Freese

Kruse hatte dem Verein seine Entscheidung am Donnerstagabend mitgeteilt. Der junge Familienvater, der im im Mai Vater eines Sohnes geworden war, legte private und berufliche Gründe für einen erneuten Wechsel zugrunde. Zukünftig muss der in Delmenhorst wohnhafte, 1,90 Meter lange Rückraumspieler nur noch wenige Minuten aufwenden, um beim Training oder zu den Heimspielen vor Ort zu sein. Kruse hatte das Handballspielen bei der TSG erlernt. Als Jugendlicher war er zum TV Neerstedt gewechselt, wo er bis zur Saison 2014/15 spielte, bevor er nach Sandkrug zurückkehrte.

Sensationssieg soll gegen Achim vergoldet werden

Wie geht es jetzt weiter mit den Delmenhorster Handballer in Richtung Saisonziel, der im ersten Jahr nach dem Aufstieg Klassenerhalt heißt?  Der nächste Gegner heißt am kommenden Sonntag ab 17 Uhr in der heimischen Stadionhalle SG Achim/Baden. „Gegen Achim müssen wir den heutigen Sieg hier in Barnstorf am Sonntag vergolden“, sagte HSG-Trainer Werner Rohlfs direkt nach dem Abpfiff, als seine Schützlinge inklusive seinem Trainer-Kollegen Andre Haake noch in der Halle herumsprangen und „Auswärtssieg“ skandierten. Nur dann habe diese Sensation einen wirklichen Wert. Die SG steht ist drei Punkten mehr auf dem Konto auf Platz neun – zwei Ränge vor den Delmenhorstern. Auswärts hat das Team von Trainer Steffen Aevermann erst einmal gewonnen – vor acht Tagen mit 22:19 in Elsfleth.  Am vorigen Sonnabend hielten sich die Achimer beim 31:37 in heimischer Umgebung gegen „Überflieger“ SV Beckdorf ganz achtbar.

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Das Restprogramm für die HSG Delmenhorst.

Am 12. März steht für die HSG die Reise zum Tabellenfünften HSG Schwanewede/Neunkirchen an und eine Woche später, am Sonnabend, 19. März, tritt um 19 Uhr die SGVO Bremen in Delmenhorst an. Ein sogenanntes „Vier-Punkte-Spiel“ im Kampf um den Ligaverbleib. Das gilt auch für das Heimspiel gegen den TV Cloppenburg am 23. April.

Nach der Osterpause wartet am 9. April aber zunächst der TV Neerstedt auf die HSG. Das Derby gegen die zurzeit durch Verletzung gebeutelte Mannschaft von Trainer Jörg Rademacher ist auch ein Spiel, dass die HSG  an einem gute Tag gewinnen kann. Ein Woche vor dem Cloppenburg-Spiel  kommen die auch auswärts starken Edewechter an die Delme.

Am vorletzten Spieltag steht die lange Fahrt zum noch punktlosen Schlusslicht SG Neuenhaus/Uelsen auf dem Spielplan und zum Saisonfinale haben die Delmenhorster den aktuellen Tabellendritten TV Bissendorf zu Gast. Es bleibt zu hoffen, dass der Ligaverbleib schon vor dieser schweren Partie gesichert ist und die HSG-Akteure gemeinsam mit ihren treuen Fans den Abschluss einer erfolgreichen Saison feiern können.

Titelbild:  Hoch konzentriert gingen die Delmenhorster Handballer (rote Trikots mit, von links: Philipp Freese, Meik Schäfer, Michael Uken, Nicolas Schanthöfer und –verdeckt – Benjamin Janssens)  in der Diepholzer Halle zu Werke und wurden mit einem Sensationssieg belohnt.
Foto: Dieter Freese

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