1000 Zuschauer bei den Streetdancern

Es war wieder ein Event der Superlative. 61 Gruppen mit mehr als 900 Tänzern von 61 Vereinen aus ganz Norddeutschland begeisterten beim 9. Streetdance Contest des TSZ Delmenhorst in der Stadtbadhalle insgesamt deutlich mehr als 1000 Zuschauer. Zwölf Stunden lang waren  Choreografien zu bestaunen, die vorwiegen aus Hip-Hop, Breakdance, Jazz- und Modern-Dance bestanden.

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Zwei Siege durfte der rührige Gastgeber dann auch feiern: „Quick Tempered“ in der Gruppe der Juniors II (16 bis 18 Jahre) und „Real Talk“ bei den Kids (10 bis 12 Jahre) bejubelten erste Ränge. Dritte Plätze gab es für „Ambition Crew“ in ihrer ersten Saison bei den Adults und die „Freaky Feeds“ (Min-Kids, bis 9 Jahre).

Das Niveau war wieder hochklassig und die Organisation vorbildlich. Bei den Adults startet mit „The Booya Crew“ sogar eine Gruppe, die demnächst bei Weltmeisterschaft tanzen wird. Das Team der Tanzschule Fun&Dance aus Hamburg gewann die Konkurrenz dann auch zum zweiten Mal nach 2013 verdient, verwies dabei die ebenfalls begeisternde Crew „ReBOOTed!“ vom ATSV Habenhausen auf Platz zwei.

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Die Gruppe „Ambition Crew“ vom gastgebenden Tanzsportzentrum landete im ersten Jahr bei den Adults gleich auf Platz drei. Foto: Dieter Freese

Elisabeth Vosseler, die Vorsitzende des Vereins, war rundum zufrieden.  Sie konnte auf zahlreiche Helfer aus dem TSZ, auf die  Eltern und Großeltern der Sportler und ihre Mitstreiter aus dem von Maren Bollwerk geleiteten Organisation-Team bauen. Moderator Robert Bonk leitete professionell und humorvoll durch die Wettkämpfe.

Titelfoto: „ReBOOTed!“ vom ATSV Habenhausen glänzte mit Platz zwei bei den Adults. Foto: Dieter Freese

Alle Ergebnisse:

Mini-Kids: 1. Little Feet (Tanzschule Nadine Reiners, Weyhe); 2. Cheeky Moves (Tanzstudio Schlebusch, Schwerin); 3. Freaky Feets (TSZ Delmenhorst); 4. Crash Kids (TSZ Delmenhorst); 5. Lil Ones (TSZ Delmenhorst).

Kids: 1. RealTalk (TSZ Delmenhorst); 2. Created (Stage 7 – Tanzhaus Lohne); 3. Funky Diamonds (Tanzstudio Schlebusch, Schwerin), 4. New Generation (Tanzschule Nadine Reiners, Weyhe); …7. Move it (VfL Stenum).

Juniors I: 1. Freak’n’Sunbeams (Tanzschule Fun&Dance, Hamburg); 2. BeFamous (TuS Syke); 3. Showtime (Tanzschule Nadine Reiners, Weyhe); 4. Dedicated (Stage 7 – Tanzhaus Lohne); 5. TRC (TSZ Delmenhorst); 6. Unity Crew (ATSV Habenhausen); 7. Red Blizzard (Tanzschule Jacek Lenard, Delmenhorst); 8. X-TASE (Tanzschule Dietz, Lübeck).

Juniors II: 1. Quick Tempered (TSZ Delmenhorst); 2. URBAN STYLE (Dance Art Company Oldenburg); 3. Toxxi Crew (Tanzschule Nadine Reiners, Weyhe); 4. Desire Deluxe Crew (Tanzstudio Schlebusch, Schwerin); 5. Infamous Crew (Tanzschule Nissing, Bocholt); 6. The Wanted (BTB Oldenburg); 7. Various (Stage 7 – Tanzhaus Lohne); 8. Trick Trippin (TSZ Delmenhorst).

Adults: 1. The Booya Crew (Tanzschule Fun&Dance, Hamburg); 2. ReBOOTed! (ATSV Habenhausen); 3. Ambition Crew (TSZ Delmenhorst); 4. RHYTHM & STYLE (Dance Art Company Oldenburg); 5. increDible Crew (Tanzschule Dunse, Wilhelmshaven); 6. Double U.T.F. (Freizeitheim Neustadt); 7. B!Brilliant (Tanzschule Wöbbekind, Barsinghausen); 8. CARMA (Tanzschule Dietz, Lübeck); …13. DIVERSITY CREW (TV Jahn Delmenhorst).

HSG startet gegen Bremen/Hastedt


Am zweiten September-Wochenende geht es wieder los und die Oberliga-Handballer der HSG Delmenhorst und des TV Neerstedt wissen jetzt auch, wer ihre ersten Gegner sein werden. Die genauen Tage und Uhrzeiten sind dabei noch nicht restlos festgelegt.

Die Punktspielsaison 2016/17 beginnt für die HSG Delmenhorst gleich mit einem Knaller: Der Nachbar und Aufsteiger SG HC Bremen/Hastedt wird am Wochenende 9. bis 11. September (vermutlich am Sonnabend) seine Visitenkarte in der Delmenhorster Stadionhalle abgeben. Auch der zweite Gegner ist ein Neuling: Eine Woche später fährt das Team der Trainer Andre Haake und Werner Rohlfs nämlich zur Reserve des Vorjahresdritten der 3. Liga, dem VfL Fredenbeck II. Danach kommen alte Bekannte in die Stadionhalle. der frühere Neerstedter Coach Dag Rieken reist mit der HSG Barnstorf/Diepholz an. Das vierte Saisonspiel muss die HSG am letzten September-Wochenende beim ATSV Habenhausen bestreiten. Der ATSV ist als Schlusslicht aus der 3. Liga West abgestiegen. Das erste Derby mit dem TV Neerstedt wird am Wochenende 25. bis 27. November in Delmenhorst angepfiffen.

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Der erste HSG-Gegner, die SG HC Bremen/Hastedt ist in der Verbandsliga Nordsee mit drei Punkten Vorsprung Meister vor Fredenbeck II geworden. Es war der fünfte Aufstieg im sechsten Jahr für die vom Bremer Handball-Macher  und Manager Thomas Gerster gepuschte SG. Trainer und Ex-Nationaltorwart Michael „Pumpe“ Krieter hatte vor allem die Abwehr der Bremer verbessert. Das war der Grundstein für den Erfolg.

Beim Saisonauftakt in Delmenhorst wird mit  Baran Zsolt Akacsos aber ein neuer Trainer bei der SG n der Seitenlinie stehen. Der Aufsteiger trennt sich von Krieter. „In gutem Einvernehmen“, wie der 53-jährige, 95-fache Nationalspieler zitiert wird. „Der Aufstieg ist Pumpes Arbeit, der Erfolg gebührt ihm ganz alleine“, beurteilt Gerster die Verdienste des gebürtigen Northeimers im Weser-Kurier.

Der neue sportlich Verantwortliche hat zu Regionalligazeiten für SG VTB/Altjührden und den ATSV Habenhausen gespielt. „Axy“ Akacscos verfügt über die A-Trainer-Lizenz und coachte in den vergangenen fünf Jahren einen rumänischen Zweitligisten. Mittlerweile befindet sich der 50-jährige gebürtige Rumäne, der 1990/91 im Trikot von FA Göppingen Torschützenkönig der 2. Liga Süd war, wieder aus beruflichen Gründen in Varel.

Mit Fredenbeck II wartet am zweiten Spieltag ein weiterer starker Aufsteiger auf die Delmenhorster, die ihre erste Oberligasaison auf Platz elf abgeschlossen haben. Im zweiten Anlauf ist der VfL-Reserve der Wiederaufstieg gelungen. Die erste Garnitur hat in der 3. Liga ebenfalls Rang zwei belegt, hatte aber frühzeitig beschlossen, keine Lizenz für die 2. Liga zu beantragen. Wie stark die Fredenbecker Reserve ist, hat die HSG in der Saison 2014/15 bereits im Endspurt der Verbandsliga-Saison feststellen können. Zwar gewannen die Delmenhorster beim gerade aus der Oberliga abgestiegenen VfL II mit 28:27, doch in eigener Halle setzte es gegen die direkten Konkurrenten im Aufstiegsrennen ein klares 30:34.

TVN-Auftakt mit Derby gegen Cloppenburg

Auch der TV Neerstedt startet mit einem Topspiel in die Saison. Kein Geringerer als Derby-Dauerkonkurrent TV Cloppenburg wird am Sonnabend, 10. September beim Team von Trainer Jörg Rademacher zu Gast sein. Danach geht es zum unbequemen Gastgeber Elsflether TB, bevor sich der VfL Edewecht beim TVN vorstellt.

Die Cloppenburger meldeten vor wenigen Tagen eine echte Verstärkung für die Kreisläufer-Position. Mit Ole Harms von der HSG Schwanewede/Neuenkirchen wurde ein Topspieler geholt. Der 25-Jährige, der in Bremen ein duales Studium absolviert, hatte Angebote aus höheren Ligen. Harms war 2015 vom Drittligisten SG Achim/Baden zur HSG zurückgekehrt und folgt nun Tobias Freese, der vor einem Jahr von der SG zum TVC kam, nach Cloppenburg. Vorher waren bereits Rückraumshooter Mark Schulat vom Drittliga-Absteiger Habenhausen und Julius Becker vom Tvd Haarentor verpflichtet worden. Dafür hat sich Holger Willus nach zwölf Jahren bei den Cloppenburgern verabschiedet, Tobias Bärlein wechselt zum Ligarivalen TSG Hatten/Sandkrug.

Hier der komplette, noch nicht restlos datierte Spielplan:

Oberliga Nordsee

Kohfeldt als Werder-Trainer? Warum nicht?

Kohfeldt löst Skripnik als Cheftrainer bei Werder Bremen ab

Von Dieter Freese

Sorry, diese Überschrift ist nur eine Spekulation, aber undenkbar wäre diese Lösung in meinen Augen nicht.

Florian Kohfeldt ist ein junger Mann, der beim TV Jahn in Delmenhorst das Fußball spielen gelernt hat und dort als Torwart so gute Leistungen gebracht hat, dass Werders Scouts auf ihn aufmerksam wurden und er dann das Trikot des SVW III bi in der Verbandsliga getragen hat. Aktuell ist er Co-Trainer beim Viktor Skripnik und gilt als Taktikfuchs. Skripnik bezeichnet den ehemaligen Delmenhorster als den Strategen in seinem Trainerteam. Jeder Gegner wird von Kohfeldt genau seziert und nach Schwächen untersucht. Könnte der 33-Jährige – aktuell der jüngste Assistenz-Coach der Bundesliga – auch an vorderster Stelle ein Bundesliga-Team führen?

SV Werder Bremen - Team Presentation For DFL
Florian Kohfeldt – eine Stratege in Sachen Fußball. Fotoquelle: Werder Bremen

Warum nicht? Kohfeldt hat den zehnmonatigen DFB-Trainer-Lehrgang an der Hennes-Weisweiler-Akademie, den er gemeinsam mit Torsten Frings belegte, im März 2015 als Jahrgangsbester abgeschlossen. Er muss also etwas vom Fach verstehen.

Ja, es stimmt: Große Meriten hat der in Siegen geborene Fußball-Kenner noch nicht erworben – weder als Spieler noch als Trainer. Aber das hatte Julian Nagelsmann auch nicht, als er im Alter von 28 Jahren bei 1899 Hoffenheim als jüngster Bundesliga-Trainer anfing, viel Frische in die Szene brachte und seine Mannschaft am Ende sicher zum Ligaverbleib führte. Auch er hat als Spieler keine Bäume ausgerissen, musste seine Spielerkarriere schon mit 20 Jahren beenden, weil er seit der U17 bei 1860 München immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hatte.Statistik_neu

Kohfeldt, der  früher im Weserstadion noch selbst auf der Tribüne saß, um den Bremer Profis zuzujubeln, hat seine aktive Laufbahn 2009 bei Werder III beendet und danach unter anderem als Co-Trainer bei der U17 und bei Werders U23 (unter Skripnik) gearbeitet. Weitere Erfahrungen sammelte er als Jugendtrainer. 2005 – als Torwart von Werder Bremen III in der Bremen-Liga war der Double-Sieger Skripnik sein Trainer und hat ihn auch oft auf der Bank schmoren lassen. Mit im Team waren damals auch die Delmenhorster Christoph Pospich und Hanno Hartmann.

pospich-kohfeldtFlorian Kohfeldt (rechts) beim Werder-Spiel in Delmenhorst neben seinem ehemalige
Mitspieler in Bremen, Christoph Pospich.
   Foto: Dieter Freese

Kohfeldt lässt nichts aus, sich weiterzuentwickeln. Im Herbst 2014 war er zum Beispiel fünf Wochen lang an der Seite von Andre Breitenreiter Praktikant beim damaligen Bundesligaaufsteiger SC Paderborn. Damals noch nicht als Co-Trainer der Bremer Bundesliga-Mannschaft, sondern noch als Werder-Nachwuchscoach und angehender DFB-Fußballlehrer.

Wie gesagt: Alles Spekulation. Noch heißt der Chef-Trainer bei Werder Viktor Skripnik. Ob er es bleibt, wird der neue Geschäftsführer Sport, Frank Baumann, demnächst entscheiden müssen. Wenn Skripnik nicht bleiben darf, ist zu vermuten, dass die Verantwortlichen an der Weser – nach alter Werder-Art – zunächst über eine interne Lösung nachdenken werden. Florian Kohfeldt als Chef-Coach wäre eine interne Lösung…

Titelfoto:Florian Kohfeldt (4. von links) auf der Werder-Bank
beim Gastspiel in Delmenhorst.
   Foto: Dieter Freese

Termincrash beim St. Pauli-Spiel

Von Dieter Freese

Am Sonntag um 15.30 Uhr spielt der Fußball-Zweitligist FC St. Pauli im Stadion Düsternort gegen eine Delmenhorster Auswahl. Eigentlich eine sehr gute Sache für den hiesigen Fußball-Fan. Aber der Termin ist schlecht gewählt. Es gibt erhebliche Überschneidungen mit dem Punktspielbetrieb. Man habe sich nach den Paulianern richten müssen, sagen die Verantwortlichen. Das müssen wir so hinnehmen.

Fakt ist aber, dass aus den beiden am höchsten angesiedelten Delmenhorster Vereinen – den Bezirksligisten SV Atlas und SV Tur Abhin – nur zwei Spieler mitwirken können (Philip Stephan und Musa Karli stellt der SVA ab, der parallel in Esenshamm um Punkte spielt). Tur Abdin muss nahezu zeitgleich auf einem Nebenplatz im Stadion die Partie gegen VfL Oldenburg II bestreiten. Es geht für die Aramäer um wichtige Punkte für den Ligaverbleib. Tur Abdin hätte vielleicht eine Lösung finden können, wenn der Verein sich rechtzeitig um eine Spielverlegung bemüht hätte.

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Auch die Bezirksliga-Fußballer der Nachbarvereine TSV Ganderkesee und VfL Stenum sowie wohl auch ein Großteil ihrer Anhänger werden nicht ins Stadion kommen. Sie haben Heim-Punktspiele zu absolvieren.

Der Spielbetrieb läuft auch in unteren Klassen noch mit vollem Programm. Alleine in der hiesigen Kreisliga sind am Sonntagnachmittag fünf Spiele angesetzt – vier davon mit Heimspielen Delmenhorster Vereine. KSV Hicretspor spielt dabei ebenfalls auf einem Nebenplatz in Düsternort.

Es ist lobenswert, dass es in Delmenhorster Macher gibt, die solche Spiele organisieren. Aber mit etwas mehr Absprache unter den Organisatoren, den hiesigen Vereinen und den Staffelleitern wäre sicher eine größere Resonanz zu erzielen gewesen. Dennoch wünsche ich uns ein schönes Fußballspiel vor zahlreichen Zuschauern…

Das ist vor allem auch den drei Auswahl-Trainern  Matthias Kaiser, Servet Zeyrek und Önder Caki zu gönnen. Die haben folgenden Kader zusammengestellt:
Thorben Riechers (VfB Oldenburg), Jann Barkemeyer (SW Oldenburg); Philip Stephan, Musa Karli (beide SV Atlas), Lukas Mutlu (TuS Heidkrug), Yusuf Kalmis (KSV Hicretspor), Mert Caki , Cuma Caliskan, Cumali Tuner (alle SV Baris), Daniel Fastenau, Mathias Blümel (beide Delmenhorster TB), Andreas Lorer (TSV Ippener), Christian Goritz (Harpstedter TB), Lamin Sillha (BSV Rehden), Ömer Kalmis, Mustafa Azadzoy , Can Blümel (alle TB Uphusen), Ali Hazimeh, Marvin Osei, Marco Priesner (alle TSV Oldenburg)

Atlas will Geschichte schreiben

Ein Sieg morgen gegen GVO bedeutet Landesligaaufstieg

Von Dieter Freese

Morgen ist der 11. Mai. Es ist ein geschichtsträchtiger Tag. Ein paar Beispiel gefällig? 1873 wird im deutschen Kaiserreich unter Reichskanzler Otto von Bismarck das erste der Maigesetze erlassen, mit dem der Staat Einfluss auf die Ausbildung und die Bestellung katholischer Geistlicher nimmt. 1943 greifen Truppen der USA während der Schlacht um die Aleuten im Pazifikkrieg die seit 1942 von den Japanern besetzte Aleuten-Insel Attu an. Der Kampf um die Insel dauert einen halben Monat. 1945 treffen bei Budweis sowjetische Soldaten auf die Amerikaner. Damit endet die Prager Operation, die letzte große Offensive der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg. 1952 wird bei einer Demonstration gegen die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland in Essen der 21-jährige kommunistische Arbeiter Philipp Müller von der Polizei erschossen. 1972 bildet der Bombenanschlag auf das Hauptquartier des V. Korps der US-amerikanischen Streitkräfte in Frankfurt am Main den Auftakt zur Mai-Offensive der Rote Armee Fraktion. 1997 wird zum ersten Mal ein Schachweltmeister in einem Wettkampf unter „Turnierbedingungen“ von einem Computer besiegt: Garri Kasparow unterliegt dem von IBM entwickelten Deep Blue mit 2,5:3,5.

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Das alles spielt für die Bezirksliga-Fußballer des SV Atlas Delmenhorst am morgigen Mittwoch wohl eher eine untergeordnete Rolle. Sie wollen nämlich selbst Geschichte schreiben und mit einem knappen Jahr Verzögerung endlich den Aufstieg in die Landesliga Weser-Ems verwirklichen. Um 19 Uhr wird im Stadion in Dpüsternort das Heimspiel gegen den Tabellenachten, vom Ex-Profi Ralf Voigt trainierte GVO Oldenburg angepfiffen. Ein „Dreier“ würde bedeuten, dass der SVA von Verfolger TuS Obenstrohe – übrigens bis dato das einzige Team, das die Blau-Gelben in dieser Saison besiegt hat – nicht mehr eingeholt werden kann. Die Delmenhorster kämen bei einem Sieg gegen GVO auf 74 Punkte, und weil Obenstrohe am Wochenende gegen Abbehausen nur 1:1 gespielt hat, wären für den TuS nur noch 73 Zähler möglich.

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Wird er morgen für seine gute Arbeit belohnt? Atlas-Trainer Jürgen Hahn.

„Morgen gegen 21 Uhr sind wir hoffentlich wieder da angekommen, wo einst 1973 alles begann: in der Landesliga Weser/Ems, die geografisch identisch mit der damaligen Verbandliga Niedersachsen West ist.Wer hätte das vor 4 Jahren für möglich gehalten?“, schreibt Atlas-Edelfan Ulrich Doepner auf Facebook.

Diejenigen, die es nicht ins garantiert prall gefüllte Stadion schaffen, sollten gegen 21 Uhr ihre Lauscher aufsperren. Ein laut hupender Autokorso wird ihnen sagen: „Es ist geschafft – wir feiern den Aufstieg!!!!“

Das große Zocken

Ringen um die Fernsehrechte

Von Dieter Freese

Wer bisher alle Spiele der beiden Fußball-Bundesligen sehen wollte, hatte Sky abonniert und einen Decoder. Das wird sich in der übernächsten Saison grundlegend ändern. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat den Millarden-Poker um die Übertragungsrechte für die Saison 2017/18 eröffnet. Alle bieten mit und es sind viel mehr Interessenten im Bieter-Boot als in der Vergangenheit. Fest steht nur, dass Sky nicht mehr alle Erst-und Zweitligaspiele alleine im Pay-TV anbieten darf. Dem hat das Kartellamt einen dicken Riegel vorgeschoben. Benötigen wir in Zukunft also mehr als einen Decoder?

Über das Urteil des Kartelllamtes wird die DFL nicht traurig sein. Die Chancen, noch einmal mehr Geld einzusacken, steigen damit. Die Einnahmen beliefen sich in der noch laufenden Saison auf knapp 830 Millionen Euro. In Zukunft plant die DFL mit einem Erlös aus den nationalen und europäischen TV-Rechten mindestens vier Millarden Euro ein. Manche halten sogar sechs Milliarden nicht für ausgeschlossen.

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Ein völlig neuer, lukrativer Wettbewerb entsteht durch das Angebot an Livespielen für das Internet und mobile Anwendungen. Nicht nur Vodafone sondern auch so digitale Supergrößen wie Amazon, Google oder Twitter werfen ihre Hüte in den Ring. Amazon ist bei der DFL mit der Möglichkeit, Liga-Videos abrufen zu können, schon dabei. Twitter steht mit seinem Livestream-Dienst Periscope Gewehr bei Fuß, überträgt bereits NFL-Partien. Die britische Perform Group, die Sky bereits für die Saison 2016/17 die Premier League abgerungen hat und die Spiele von der Insel über spox.com sendet, dürfte ein Angebot bei der DFL abgeben.

Einer der größten Konkurrenten für Sky im Bieter-Wettstreit dürfte wieder die Telekom sein. Der Stachel von vor vier Jahren, als das Unternehmen aus Bonn, das im Jahr 2015 einen Umsatz in Höhe von 69,2 Milliarden Euro verbuchte und zum Jahresende weltweit 225.243 Mitarbeiter  beschäftigte, leer ausging, sitzt noch tief.

 Haben ARD und ZDF noch eine Chance?

Interessant ist die Frage für viele Fußball-Liebhaber, die bisher kein Pay-TV abonniert haben, ob ARD und ZDF die Sportschau und das Sportstudio in der bisherigen Form am Leben erhalten können. Welchen Teil vom großen Kuchen können Sport1 oder Eurosport ergattern. Beide verdienen bereits Geld mit Pay-TV-Programmen. Was ist mit RTL, dem vor kurzer Zeit der Coup mit den Übertragungsrechten für die Qualifikationsspiele der deutschen Nationalmannschaft gelungen ist?  Sport1 erreichte in der laufenden Spielzeit mit der Europa League Quotenrekorde. Alleine das Spiel Liverpool gegen Dortmund sahen 6,3 Millionen Zuschauer.

Insgesamt stehen 17 Pakete im Angebot, die nach Live- und Highlight-Segmenten jeweils für Free- und Pay-TV, aber auch einem speziellen Angebot, nach dem drei Begegnungen pro Spieltag für Web-TV und mobile Endgeräte zu erwerben sind, aufgeteilt sind. Der Wettkampf um die TV-Rechte ist durch die Konkurrenz außerhalb der bisher bekannten Übertragungen über Satellit oder Kabel spannender geworden. Sky gerät damit gehörig unter Druck, auch durch die Internet-Anbieter.

Weitere Zersplitterung des Liga-Spielplanes

Eines ist klar: Dieser Milliarden-Poker wird den Fußball in Deutschland nicht besser machen. Ein gutes Beispiel bietet dafür die Premier League, die Milliarden verschlingt und international im Club-Fußball mittlerweile nur noch eine untergeordnete Rolle spielt.

Dafür ist eine weitere Zersplitterung des bisherigen Bundesliga-Spielpläne bereits so gut wie beschlossen.  So sollen in der ersten Liga ab der Saison 2017/18 fünf der insgesamt 360 Saisonspiel am Montagabend angepfiffen werden.  Das zweite Sonntagsspiel soll erst um 18 statt wie bisher um 17.30 Uhr beginnen. Insgesamt soll es zehn Ausweichspiele für die Europapokal-Starter geben, davon jeweils fünf am Montag und am Sonntag. Die fünf Ausweichpartien am Sonntag beginnen um 13.30 oder 18 Uhr. Bundesliga-Anstoß am Montag ist um 20.30 Uhr. Die Montagspartie der 2. Liga wird dann auf Samstag verschoben. Statt vier wird es nur noch zwei englische Wochen geben. Zudem rückt eines der drei Freitagsspiele der 2. Bundesliga auf Samstag. Die 2. Liga bekommt zwei exklusive Spieltage, diese finden vor dem Erstligastart statt.