Von Neerstedt nach Delmenhorst?

Jörg Rademacher verlässt den TVN und wird wohl Trainer in Delmenhorst

Von Dieter Freese

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Jörg Rademacher noch im Trikot
des TV Neerstedt. Fotoquelle: TVN

Es war bereits bekannt, aber jetzt ist es auch offiziell: Trainer Jörg Rademacher wird den Handball-Oberligsten TV Neerstedt zum Ende der laufenden Saison verlassen. Wie das Delmenhorster Kreisblatt und der Delmenhorster Kurier durch internes Wissen belegt vermuten, steht sein neuer Arbeitsplatz dann beim Ligagefährten HSG Delmenhorst bereit. Das scheint zwar auch bekannt zu sein, ist aber noch nicht offiziell. Das wird es wohl bei der Pressekonferenz am Montag ab 18 Uhr im „El Mariachi“ werden, bei der die Verantwortlichen der HSG Delmenhorst den zukünftigen Trainerstab der ersten Mannschaft und damit die Nachfolger des Trainerduos Andre Haake/Werner Rohlfs vorstellen wollen.

Klare Kritik am Vorstand

Wie man aus internen Kreisen in Neerstedt hört, hat es dort wohl zuletzt mächtig geknallt, als Rademacher deutlich machte, dass er unter den gegeben Bedingungen nicht weiter machen wolle und klare Kritik am bekanntlich nicht besonders handballbegeisterten TVN-Vorstand äußerte. Finanzielle Mittel, um den Kader zu erweitern, stehen nicht zur Verfügung. Die Zeiten, als Neerstedt noch von einem starken Unterbau in der Jugend zehren konnten, sind längst vorbei. Nicht amüsiert waren die Verantwortlichen dann vor allem, als klar wurde, dass der B-Lizenzinhaber  ausgerechnet zum lokalen Rivalen nach Delmenhorst wechseln würde. Wenn das so ist, kann es gut sein, dass er seinen langjährigen Weggefährten und bundesligaerfahrenen Jens Kanzog als Torwarttrainer mit an die Delme bringt.

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Der ehemalige Profi war 2015 mit klaren Plänen in Neerstedt angetreten: Er wollte den TVN in naher Zukunft in die 3. Liga zurückführen. Ein möglicher Wechsel zur HSG wäre von besonderer Brisanz. Beide Teams kämpfen noch um den Verbleib in der Oberliga, sind vier Punkte voneinander getrennt. Am 25. März, dem fünfletzten Spieltag, hat der TVN die Delmenhorster zu Gast.

Mit einem Minikader zu guten Erfolgen

Doch er fand wenig Unterstützung beim ebenfalls noch nicht lange im Amt befindlichen neuen Vorstand der Neerstedter. Vor seiner ersten Saison wurde er so spät verpflichtet, dass es ihm kaum noch möglich war, am Kader etwas zu ändern. Mit einem ausgesprochen kleinen Kader musste der Bad Zwischenahner Spieltag für Spieltag Klimmzüge machen, um ein einigermaßen schlagkräftiges Team auf das Feld schicken zu können. Es ist beachtlich, was der Trainer und die Mannschaft unter diesen Umständen geleistet hat. „Ich möchte nicht noch einmal eine solche Saison erleben,“ hatte Rademacher schon vor Wochen öffentlich gemacht.  „Leider gab es keine Anstalten in irgendeine Richtung, die erste Herren als Aushängeschild des Vereins zu unterstützen“, bedauerte der Trainer gegenüber der Kreiszeitung in Wildeshausen.