Tim Coors ist wieder zuhause

Von Dieter Freese

Handball-Oberligist HSG Delmenhorst hat sich für die kommende Saison einen ehemaligen Zweitligaspieler an Land gezogen. Tim Coors kehrt in seine Geburtsstadt zurück und läuft ab der kommenden Saison für den Nordseeligisten auf. Der 1,92 Meter lange, wurfgewaltige Linkshänder kommt vom Drittligisten HF Springe, für den er in der laufenden Saison, in der er lange verletzt war und im Februar sein Comeback gefeiert hat,  48 Treffer erzielte. Zuvor hatte er für die Sportfreunde in 40 Zweitligaspielen 98 Tore geworfen. Seinen größten Erfolg feierte er mit der SG BBM Bietigheim, mit der er 2014 in die erste Liga aufstieg, sein Vertrag aber nicht verlängert wurde. Insgesamt bringt es Tim Coors, der im Juni 29 Jahre alt wird, in 102 Zweitligapartien auf 183 Treffer.

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Das Handball-ABC hat Coors beim TV Deichhorst und der HSG Delmenhorst gelernt, später spielte er auch für den TV Neerstedt in der Regionalliga-A-Jugend und der Männer Oberliga. Er sammelte dort schon als Jugendlicher Drittliga-Erfahrung, bevor er zur HSG Varel in die 2. Liga wechselte.

Tim Coors, der zahlreiche andere Angebote, auch von Zweitligisten und dem Delmenhorster Liga-Konkurrenten HC Bremen/Hastedt ausgeschlagen hat, will etwas kürzer treten, weil sich seine „Lebenslage“ geändert hat, wie er sagt. Er wohnt mit seiner Freundin in Hamburg und möchte „etwas mehr Zeit mit ihr verbringen“.  Da in Delmenhorst „nur“ dreimal in der Woche trainiert wird, nimmt er es in Kauf, dass er regelmäßig zwischen Hamburg und Delmenhorst pendeln muss. „Aber auch das Konzept der HSG hat mich überzeugt, sagt der Chemie-Student, der in einem halben Jahr seine Ausbildung abschließen will.  Das wurde ihm in langen Gesprächen vom HSG-Manager Gunnar Schäfer und dem zukünftigen Trainer Jörg Rademacher vorgestellt.

Das Modell 2020

„Ja“, sagt Rademacher, der noch den Liga-Konkurrenten TV Neerstedt unter seinen Fittichen hat, „ein Jahr haben wir an Tim rumgebaggert. Mein Dank geht an Gunnar.“ Tim Coors würde eine Menge Erfahrung mitbringen und Linkshänder seien auch noch rar gesät. „Der Leistungsdruck der Mannschaft wird mit der Verpflichtung eines solchen Spielers natürlich erhöht“, sagt Rademacher. „Das heißt aber nicht, dass jetzt alles von alleine geht.“ Die Mannschaft sei in der kommenden Saison auf allen Postionen doppelt besetzt. „Das erhöht natürlich auch den Druck auf die Spieler beim Training“, freut er sich als Coach natürlich.

Natürlich tue  Tim Coors der Mannschaft gut, aber er könne nicht alles alleine machen. „Tim ist auch von einer gut funktionierenden Mannschaft abhängig.  Aber unser Modell 2020 steht, spätestens dann wollen wir Richtung 3. Liga angreifen.“ Mit dieser Verpflichtung unterstreiche man auch die Richtung, die der Verein gehen wolle.

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Das HSG-Trikot passt Tim Coors schon einmal. Foto: Dieter Freese

„Tim tut dem gesamten Verein gut,“ freut sich HSG-Vorsitzender Jürgen Janßen. „Er ist ein Idol für die Jugend und zieht auch Sponsoren.“ In dieser Hinsicht ist Rademacher angenehm überrascht: „Ich hätte nicht gedacht, welche Euphorie hier nach meiner Verpflichtung und der Veröffentlichung unserer Ziele ausgelöst worden ist.

Noch benötigt die HSG zwei Punkte, um den Ligaverbleib endgültig zu sichern. Die letzten beiden Gegner heißen Schwanewede und Bissendorf. „Ein Abstieg wäre natürlich nicht schön, aber keine Katastrophe“, sagt Rademacher, „weil unser Konzept eben stimmt.“ Dann beruhigen er und Tim Coors die Anwesenden bei der Pressekonferenz in den Räumen eines der neuen Hauptsponsoren der HSG, der rational Gebäudereinigung GmbH & Co. KG  (RDG): „Unser Engagement gilt auch für die Verbandsliga.“ Und Tim Coors legt dann noch einen drauf: „Ich habe richtig Bock auf die HSG…“

Titelbild: Der zukünftige Trainer Jörg Rademacher (links) freut sich auf seine Zeit mit dem Spieler Tim Coors. Foto: Dieter Freese

 

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