Tim Coors ist wieder zuhause

Von Dieter Freese

Handball-Oberligist HSG Delmenhorst hat sich für die kommende Saison einen ehemaligen Zweitligaspieler an Land gezogen. Tim Coors kehrt in seine Geburtsstadt zurück und läuft ab der kommenden Saison für den Nordseeligisten auf. Der 1,92 Meter lange, wurfgewaltige Linkshänder kommt vom Drittligisten HF Springe, für den er in der laufenden Saison, in der er lange verletzt war und im Februar sein Comeback gefeiert hat,  48 Treffer erzielte. Zuvor hatte er für die Sportfreunde in 40 Zweitligaspielen 98 Tore geworfen. Seinen größten Erfolg feierte er mit der SG BBM Bietigheim, mit der er 2014 in die erste Liga aufstieg, sein Vertrag aber nicht verlängert wurde. Insgesamt bringt es Tim Coors, der im Juni 29 Jahre alt wird, in 102 Zweitligapartien auf 183 Treffer.

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Das Handball-ABC hat Coors beim TV Deichhorst und der HSG Delmenhorst gelernt, später spielte er auch für den TV Neerstedt in der Regionalliga-A-Jugend und der Männer Oberliga. Er sammelte dort schon als Jugendlicher Drittliga-Erfahrung, bevor er zur HSG Varel in die 2. Liga wechselte.

Tim Coors, der zahlreiche andere Angebote, auch von Zweitligisten und dem Delmenhorster Liga-Konkurrenten HC Bremen/Hastedt ausgeschlagen hat, will etwas kürzer treten, weil sich seine „Lebenslage“ geändert hat, wie er sagt. Er wohnt mit seiner Freundin in Hamburg und möchte „etwas mehr Zeit mit ihr verbringen“.  Da in Delmenhorst „nur“ dreimal in der Woche trainiert wird, nimmt er es in Kauf, dass er regelmäßig zwischen Hamburg und Delmenhorst pendeln muss. „Aber auch das Konzept der HSG hat mich überzeugt, sagt der Chemie-Student, der in einem halben Jahr seine Ausbildung abschließen will.  Das wurde ihm in langen Gesprächen vom HSG-Manager Gunnar Schäfer und dem zukünftigen Trainer Jörg Rademacher vorgestellt.

Das Modell 2020

„Ja“, sagt Rademacher, der noch den Liga-Konkurrenten TV Neerstedt unter seinen Fittichen hat, „ein Jahr haben wir an Tim rumgebaggert. Mein Dank geht an Gunnar.“ Tim Coors würde eine Menge Erfahrung mitbringen und Linkshänder seien auch noch rar gesät. „Der Leistungsdruck der Mannschaft wird mit der Verpflichtung eines solchen Spielers natürlich erhöht“, sagt Rademacher. „Das heißt aber nicht, dass jetzt alles von alleine geht.“ Die Mannschaft sei in der kommenden Saison auf allen Postionen doppelt besetzt. „Das erhöht natürlich auch den Druck auf die Spieler beim Training“, freut er sich als Coach natürlich.

Natürlich tue  Tim Coors der Mannschaft gut, aber er könne nicht alles alleine machen. „Tim ist auch von einer gut funktionierenden Mannschaft abhängig.  Aber unser Modell 2020 steht, spätestens dann wollen wir Richtung 3. Liga angreifen.“ Mit dieser Verpflichtung unterstreiche man auch die Richtung, die der Verein gehen wolle.

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Das HSG-Trikot passt Tim Coors schon einmal. Foto: Dieter Freese

„Tim tut dem gesamten Verein gut,“ freut sich HSG-Vorsitzender Jürgen Janßen. „Er ist ein Idol für die Jugend und zieht auch Sponsoren.“ In dieser Hinsicht ist Rademacher angenehm überrascht: „Ich hätte nicht gedacht, welche Euphorie hier nach meiner Verpflichtung und der Veröffentlichung unserer Ziele ausgelöst worden ist.

Noch benötigt die HSG zwei Punkte, um den Ligaverbleib endgültig zu sichern. Die letzten beiden Gegner heißen Schwanewede und Bissendorf. „Ein Abstieg wäre natürlich nicht schön, aber keine Katastrophe“, sagt Rademacher, „weil unser Konzept eben stimmt.“ Dann beruhigen er und Tim Coors die Anwesenden bei der Pressekonferenz in den Räumen eines der neuen Hauptsponsoren der HSG, der rational Gebäudereinigung GmbH & Co. KG  (RDG): „Unser Engagement gilt auch für die Verbandsliga.“ Und Tim Coors legt dann noch einen drauf: „Ich habe richtig Bock auf die HSG…“

Titelbild: Der zukünftige Trainer Jörg Rademacher (links) freut sich auf seine Zeit mit dem Spieler Tim Coors. Foto: Dieter Freese

 

Das kleine Wunder SV Atlas

Von Dieter Freese

Es ist kaum fassbar, was da in Delmenhorst in Sachen Fußball geschieht. 2.100 Zuschauer verfolgten am Sonntag in der Landesliga-Spitzenspiel zwischen dem SV Atlas Delmenhorst und dem Traditionsclub BSV Kickers Emden im Delmenhorster Stadion in Delmenhorst. Wieder einmal stellen die Delmenhorster einen neuen Rekord auf.

Beim Zuschauerzuspruch liegen die Gelb-Blauen in Niedersachsen mittlerweile auf Platz drei im niedersächsischen Amateurfußball. Nur die Regionalligisten SV Meppen und VfB Oldenburg haben im Schnitt mehr Besucher.

Es ist eine unglaubliche Erfolgsgeschichte. Erst vor knapp fünf Jahren wurde der frühere Traditionsverein SV Atlas reanimiert, ist am 4. April 2012 im Vereinslokal ”Jan Harpstedt“ neu gegründet worden. In der Kreisklasse wurde der Spielbetrieb damals wieder aufgenommen. Atlas nahm den Platz von Eintracht Delmenhorst ein. Schon beim ersten Spiel nach 13 Jahren, ein Freundschaftsspiel gegen den VfB Oldenburg, besuchten 1400 Zuschauer das Delmenhorster Stadion. Erster Trainer war Michael „Magic“ Müller. Aktuell spielt der SVA als Landesliga-Zweiter sogar um den Aufstieg in die Oberliga – die fünfthöchste Liga in Deutschland.

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Der SV Atlas Delmenhorst entstand 1973 „in seinem ersten Leben“ durch den Zusammenschluss der Vereine FC Roland, VSK Bungerhof und SSV Delmenhorst. Als Hauptsponsor wurde der Baumaschinenhersteller Atlas Weyhausen gewonnen. Als geschäftsführender Vorstand wurden Heinrich Klattenhoff, ehemaliger Vorsitzender des VSK Bungerhof, Peter Theis, Mitarbeiter des Hauptsponsors, der bis zum 24. Juli 1982 sein Amt ausübte, Bernhard Schmidt, vormals FC Roland und Karl-Friedrich Schreckenberg, zuvor SSV eingesetzt.

Ex-Profis werden verpflichtet

Der von Atlas gestellte Manager Peter Theis verpflichtete mit Günter Bernard, Heinz-Dieter Hasebrink und Rudi Trumpfheller drei Ex-Profis und entfachte in Delmenhorst eine große Fußballbegeisterung. Zum Auftaktspiel gegen Falke Steinfeld kamen 2.000 Zuschauer. Zuvor hatte der SSV und der FC Roland jeweils nur vor rund 200 Gästen gespielt.

Gespielt wurde im städtischen Stadion an der Düsternortstraße, vormals Heimspielstätte des SSV. 1976 wurde das Stadion wegen des erhöhten Zuschaueraufkommens um eine Tribüne erweitert. Damit fasste die Arena rund 12.000 Zuschauer, mit 900 Sitzplätzen. Das Stadion wird auch heute wieder als Heimspielstätte des SV Atlas genutzt. Die neu gebildete 1. Mannschaft startete in der Spielzeit 1973/74 in der Verbandsliga. Bereits 1976 (bis 1983) spielte der SV Atlas in der damaligen Oberliga Nord.

Eine Sensation war 1981 das Erreichen des Achtelfinales des DFB-Pokals. Nach einem Sieg über Rot-Weiß Oberhausen bezwangen die Delmenhorster den damaligen Zweitligisten Kickers Offenbach, scheiterte erst mit 1:6 am Bökelberg am Bundesligisten Borussia Mönchengladbach mit Spielern wie Lothar Matthäus und Trainer Jupp Heynckes.

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Das Plakat: Ankündigung des DFB-Pokalspiels. Foto: Dieter Freese

Durch Klassenumbenennungen und Zusammenlegungen der Spielklassen, spielte der SVA in den Folgejahren wechselweise in der dritt- oder vierthöchsten deutschen Spielklasse.

Mit dem Aufstieg unter Trainer Hartmut Konschal in die Regionalliga, die 1994 die drittklassige Oberliga abgelöst hatte, erzielte die Mannschaft 1994/95 ihren größten sportlichen Erfolge und hielt diese Klasse in den beiden Folgejahren. In der Saison 1995/96  trug Hakan Cengiz, der mit 21 Treffern Torschützenkönig der Regionalliga Nord wurde, erheblich zum Klassenerhalt bei.

Nach dem Abstieg in der Saison 1997/98 aus der Regionalliga Nord wurde die 1. Mannschaft bis in die fünftklassige Verbandsliga durchgereicht, was viel mit dem Ausstieg des, langjährigen Hauptsponsors Atlas Weyhausen und damit entstehenden finanziellen Problemen zusammenhing.

Am 7. Oktober 1999 wurde aus dem da schon maroden SV Atlas der Delmenhorster SC. Eine Umbenennung des Vereins  in Blau-Gelb Delmenhorst hatte vorher nicht die nötige Mehrheit gefunden. Der DSC musste aber bereits 2002 Insolvenz anmelden und wurde aus dem Vereinsregister gelöscht. Am 10. Juni 2002 wurde Eintracht Delmenhorst als neuer Verein gegründet, um die Jugendabteilungen des DSC fortzuführen. Eintracht Delmenhorst war laut seiner Satzung Nachfolgeverein des SV Atlas Delmenhorst.

Wenn Atlas kommt, klingelt die Kasse

Aber zurück in die Gegenwart. Seit seiner Neugründung lebt der SV Atlas von seiner Tradition. Die Fans haben den „neuen SVA“ sofort angenommen, unterstützen ihre Mannschaft auch bei Auswärtsspielen. Das hat bei einigen, schlecht vorbereiteten  Gastgebern auch schon zu Problemen geführt. Eines weiß die Konkurrenz in der Landesliga jedoch: Wenn die Delmenhorster kommen, klingelt die Kasse.

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Der aktuelle Erfolgstrainer: Jürgen Hahn. Foto: SV Atlas

Der Erfolg des SVA kommt aber nicht von ungefähr. Der Verein verfügt über eine gute, umsichtige Vereinsführung. Unter dem Vorsitz von Jörg Borkus und Fußballabteilungsleiter Thomas Luthardt leistet die sportliche Führung mit Tammo Renken und Bastian Fuhrken bemerkenswert gute Arbeit. Der Verein kann auf zuverlässige Sponsoren bauen, hat in diesem Bereich aus Fehlern in der Vergangenheit gelernt und sich breit aufgestellt. Im sportlichen Bereich garantiert das Trainer-Duo Jürgen Hahn und Marco Büsing Erfolge. Die sportliche Leistung verfügt über eine starke Mannschaft, in der die guten Einzelspieler mittlerweile zu einem echten Team zusammengewachsen sind.

Titelfoto:  Michael Winter: SV Atlas Events

Siehe auch: Atlas Museum

Von Neerstedt nach Delmenhorst?

Jörg Rademacher verlässt den TVN und wird wohl Trainer in Delmenhorst

Von Dieter Freese

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Jörg Rademacher noch im Trikot
des TV Neerstedt. Fotoquelle: TVN

Es war bereits bekannt, aber jetzt ist es auch offiziell: Trainer Jörg Rademacher wird den Handball-Oberligsten TV Neerstedt zum Ende der laufenden Saison verlassen. Wie das Delmenhorster Kreisblatt und der Delmenhorster Kurier durch internes Wissen belegt vermuten, steht sein neuer Arbeitsplatz dann beim Ligagefährten HSG Delmenhorst bereit. Das scheint zwar auch bekannt zu sein, ist aber noch nicht offiziell. Das wird es wohl bei der Pressekonferenz am Montag ab 18 Uhr im „El Mariachi“ werden, bei der die Verantwortlichen der HSG Delmenhorst den zukünftigen Trainerstab der ersten Mannschaft und damit die Nachfolger des Trainerduos Andre Haake/Werner Rohlfs vorstellen wollen.

Klare Kritik am Vorstand

Wie man aus internen Kreisen in Neerstedt hört, hat es dort wohl zuletzt mächtig geknallt, als Rademacher deutlich machte, dass er unter den gegeben Bedingungen nicht weiter machen wolle und klare Kritik am bekanntlich nicht besonders handballbegeisterten TVN-Vorstand äußerte. Finanzielle Mittel, um den Kader zu erweitern, stehen nicht zur Verfügung. Die Zeiten, als Neerstedt noch von einem starken Unterbau in der Jugend zehren konnten, sind längst vorbei. Nicht amüsiert waren die Verantwortlichen dann vor allem, als klar wurde, dass der B-Lizenzinhaber  ausgerechnet zum lokalen Rivalen nach Delmenhorst wechseln würde. Wenn das so ist, kann es gut sein, dass er seinen langjährigen Weggefährten und bundesligaerfahrenen Jens Kanzog als Torwarttrainer mit an die Delme bringt.

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Der ehemalige Profi war 2015 mit klaren Plänen in Neerstedt angetreten: Er wollte den TVN in naher Zukunft in die 3. Liga zurückführen. Ein möglicher Wechsel zur HSG wäre von besonderer Brisanz. Beide Teams kämpfen noch um den Verbleib in der Oberliga, sind vier Punkte voneinander getrennt. Am 25. März, dem fünfletzten Spieltag, hat der TVN die Delmenhorster zu Gast.

Mit einem Minikader zu guten Erfolgen

Doch er fand wenig Unterstützung beim ebenfalls noch nicht lange im Amt befindlichen neuen Vorstand der Neerstedter. Vor seiner ersten Saison wurde er so spät verpflichtet, dass es ihm kaum noch möglich war, am Kader etwas zu ändern. Mit einem ausgesprochen kleinen Kader musste der Bad Zwischenahner Spieltag für Spieltag Klimmzüge machen, um ein einigermaßen schlagkräftiges Team auf das Feld schicken zu können. Es ist beachtlich, was der Trainer und die Mannschaft unter diesen Umständen geleistet hat. „Ich möchte nicht noch einmal eine solche Saison erleben,“ hatte Rademacher schon vor Wochen öffentlich gemacht.  „Leider gab es keine Anstalten in irgendeine Richtung, die erste Herren als Aushängeschild des Vereins zu unterstützen“, bedauerte der Trainer gegenüber der Kreiszeitung in Wildeshausen.

100 Spiele als Trainer des SVA

Von Dieter Freese

Jürgen Hahn, Trainer des Fußball-Landesligisten SV Atlas Delmenhorst, hat am vorigen Spieltag ein Jubiläum gefeiert. Er stand am vorigen Spieltag, beim 1:1 beim SV Holthausen-Biene zum 100. Mal in der sportlichen Verantwortung bei den Blau-Gelben. Nicht nur statistisch gesehen eine Erfolgsgeschichte. In drei Ligen hat der 45-Jährige den SVA betreut, hat das Team von der Kreisliga in die Landesliga geführt.

jürgenHahnSteht vor seinem 101. Spiel für den SVA: Jürgen Hahn.

Vor Beginn der Saison 2013/14 hat Hahn, der vorher auch schon beim Bezirksligistn VfL Stenum aktiv war, gemeinsam mit Co-Trainer Marco Büsing, der damit ebenfalls Jubilar ist, den frischgebackenen Kreisliga-Aufsteiger übernommen. Ligaübergreifend stehen 82 Siege, 13 Unentschieden und fünf Niederlagen auf der stolzen Bilanz. 259 von 300 möglichen Punkten stehen zu Buche und 316:61 Tore.

Heute um 16 Uhr, beim Heimspiel gegen den TSV Oldenburg, nimmt das Trainer-Duo, das Verträge bis zum 30. Juli beim SV Atlas unterschrieben hat, den zweiten Hunderter in Angriff.

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Vom VfB Oldenburg, wo der frühere Torwart nach seinem Engagement in Stenum die U23 in der Landesliga unter seinen Fittichen haste, kam Hahn nach Delmenhorst. Fast wäre er davor beim damaligen Landeslisten TuS Heidkrug gelandet, was sich jedoch kurzfristig zerschlug.

Jürgen Hahn ist eine erfahrener Coach. Unter dem jetzigen Schalker Coach Markus Weinziel war er lange Co- und Torwart-Trainer beim Drittligisten SSV Regensburg. Hätte der Diplom-Verwaltungswirt Hahn 2010 nicht beruflich nach Oldenburg ziehen müssen, würde er heute möglicherweise fest beim FC Augsburg arbeiten. Wegen der Versetzung musste Hahn damals als Regensburger Co-Trainer aufhören. Anfragen aus Augsburg gab es damals.

Gut für den SV Atlas, denn damit haben sie den erfolgreichen Coach jetzt unter ihren Fittichen.

Deutschland schwimmt

 Im Rahmen der bundesweiten Kampagne „Deutschland schwimmt“, die Disney, der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) und dessen Landesschwimmverbänden gemeinsam ins Leben gerufen haben, geht am Sonntag, 24. September, in der Zeit zwischen 10 und 16 Uhr ganz Deutschland ins Wasser – für einen wohltätigen Zweck!

Delmenhorster beteiligen sich an der Aktion in der GraftTherme

Von Dieter Freese

Dabei ist auch der Delmenhorster Schwimmverein (DSV 05). Überwiegend Aktive des Vereins werden im Rahmen ihrer Übungszeiten zwischen 10 und 13 Uhr in der GraftTherme versuchen, möglichst viele Meter zurückzulegen. Von 13 und 16 Uhr würde sich der DSV 05 über zahlreiche Teilnehmer aus den Besucherkreisen des Bades freuen. Die dürfen natürlich auch schon ab 10 Uhr ihren Teil zu einem guten Ergebnis beitragen.

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Deutschlandweit können engagierte Schwimmer jeden Alters in mehr als 230 Schwimmbädern bundesweit so viele Bahnen wie möglich ziehen – mit dem großen Ziel, gemeinsam einmal rund um Deutschland zu schwimmen. Der Aktionstag ist ein großes Gemeinschaftsprojekt von nationalem Ausmaß, das von mehr als 250 Schwimmvereinen und anderen gemeinnützigen Organisationen mit-organisiert und -gestemmt wird.

Hier alle Informationen zu diesem bundesweiten Wettbewerb für alle Schwimmerinnen und Schwimmer: 160915_pm_aktionstag_deutschland_schwimmt_dsv

Wie wichtig Schwimmen ist, habe ich auf diesem Blog bereits einmal beschrieben: Immer weniger Kinder können schwimmen


Hier noch ein kultureller Hinweis:
Blues-Freunde kommen in Delmenhorst voll auf ihre Kosten:

Am 17. Dezember gibt mit der „Blues Company“ eine der besten
und bekanntesten Blues-Bands Europas ein Konzert an der Delme.
Sie tritt ab 21 Uhr im Riva auf.  
Alle Infos im Link unten.

Blues Company in Delmenhorst

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TVN will den nächsten Schritt gehen

Im dritten Teil des Blicks auf den Start in der Handball-Oberliga schaut der Blog sportlocal auf den TV Neerstedt, der am Sonnabend in einem Derby den TV Cloppenburg zu Gast hat.

Starke Abwehr und vorne flexibler

Von Dieter Freese

loh-hb-olJörg Rademacher, Trainer des Handball-Oberligisten TV Neerstedt, will in seiner zweiten Saison beim TVN mit seinem Team „den nächsten Schritt machen“. Die genaue Platzierung sei ihm dabei gar nicht so wichtig, sagt er dem Delmenhorster Kurier, etwas mehr als Platz sieben in der Vorsaison solle aber schon herausspringen.

Um dieses Ziel erreichen zu können, haben die Verantwortlichen rund um die  Mannschaft aus dem Landkreis Oldenburg den Kader gezielt verstärkt. Neben Christoph Kuper zählen nun die Tbildschirmfoto-2016-09-08-um-10-08-20orhüter Lukas Oltmanns, der aus der eigenen II. Mannschaft kommt, und Hendrik Legler, Neuzugang von der HSG Varel-Friesland, zum Aufgebot. Für die rechte Angriffsseite wurden mit Leon Linngroen und Erik Hübner (beide HC Bremen) zwei junge Linkshänder verpflichtet. Das ermöglicht dem Ex-Profi im Traineramt beim TVN mehr Variationsmöglichkeiten als in der vergangenen Saison, als  nur sehr enger Kader zur Verfügung stand. Bereits seit Ende der vorigen Saison war Julian Hoffmann (Foto) vom HC Bremen zum TVN gestoßen. Der Kreisläufer ist in der Offensive eine Alternative zum gesetzten Malte Kasper und hat trotz seiner Jugend bereits hohe Qualitäten in der Abwehr.

Nicht mehr dabei sind Tristan Depenbrock (Handballpause), Matthias Hüsener (TvdH Oldenburg), Thomas Schutzmann (Karriereende), Marcel Titus (HSG Steinigen). Tim Schulenberg, der als Trainer der Bundesliga-A-Jugend des HC Bremen sehr eingespannt ist, steht nur noch bei Bedarf zur Verfügung.

Gerne hätte Rademacher auch im linken Rückraum personell Verstärkungen gehabt. Das hat aber nicht geklappt.

bildschirmfoto-2016-09-08-um-10-06-28TVN-Trainer Jörg Rademacher im Kreis seiner Spieler beim Erima-Cup. Fotoquelle: TVN

TV Neerstedt wird in der neuen Saison wieder mit einer starken Defensive punkten können. Es scheint, als sei das Team des B-Lizenz-Inhabers in der Abwehr sogar noch stärker geworden. Auch im Angriff erweckte die Mannschaft in der Vorbereitung den Eindruck, flexibler geworden zu sein. Zwar wird immer noch vornehmlich versucht, Shooter Eike Kolpack in Position zu bringen – aber nicht nur.

In einer ausgeglichenen Oberliga erwartet Rademacher laut des Delmenhorster Kuriers neben seinem Topfavoriten VfL Edewecht auch die HSG Barnstorf/Diepholz und den ATSV Habenhausen ganz weit vorne. Der TV Neerstedt startet am kommenden Sonnabend um 19.30 Uhr mit einem Derby-Heimspiel gegen den TV Cloppenburg in die neue Saison.

Gast Cloppenburg ohne Trainer

Der Vorjahreselfte TVC hat sich am vergangen Sonntag von Trainer Andreas „Keke“ Roßberg getrennt. Anlass sollen unterschiedliche sportliche Auffassungen von Coach und Mannschaft gewesen sein. Bekanntlich brodelte es in dieser Hinsicht dort ja bereits am Ende der vorigen Spielzeit.

Der TV Cloppenburg muss in Neerstedt auf Mittelangreifer und Kapitän Lennart Witt, der wohl bis zur Verpflichtung eines Roßberg-Nachfolgers zunächst das Coaching übernehmen wird, und Neuzugang Maik Schulat (beide Schulterprobleme) verzichten.

„Die Ereignisse in Cloppenburg machen die Auftaktaufgabe für uns nicht einfacher“, erklärt Rademacher der NWZ. Besonderen Respekt bringt er Ole Harms entgegen. Das Kreisläufer-Kraftpaket ist von der HSG Schwanewede/Neuenkirchen nach Cloppenburg gewechselt.

Der Kader:
Zugänge: Julian Hoffmann, Erik Hübner, Leon Linngroen (alle HC Bremen A-Jugend), Hendrik Legler (HSG Varel-Friesland), Lukas Oltmanns (eigene zweite Mannschaft)
Abgänge: Tristan Depenbrock (Handballpause), Matthias Hüsener (TvdH Oldenburg), Thomas Schützmann (Karriereende), Marcel Tytus (HSG Stedingen)
Restkader: Christoph Super  Ole Goyert, Marcel Reuter, Jan Busse, Eike Kospack  Malte Kasper, Björn Wolken, Andrej Kunz, Tim Schulenberg (nur bei Bedarf)
Trainer: Jörg Rademacher (seit 2015)
Torwarttrainer: Jens Kanzog
Betreuer: Torsten Kasper
Physiotherapeutin: Wiebke Nöckel

Titelfoto: Ist aus dem Team – vor allem aus der Abwehr – nicht wegzudenken: Malte Kasper. Fotoquelle: TVN

Der TVN-Spielplan

Siehe auch: Vom Kader sind wir stärker
und : Start in die Oberliga

„Vom Kader her sind wir stärker“

Im zweiten Teil des Blicks auf den Start in der Handball-Oberliga blickt der Blog sportlocal auf die HSG Delmenhorst, die am Sonnabend Aufsteiger SG HC Bremen/Hastedt zu Gast hat.

Noch gibt es bei der HSG ein paar Baustellen

Von Dieter Freese

Mit etwas gemischten Gefühlen denkt Andre Haake, Trainer des Handball-Oberligisten HSG Delmenhorst an den Saisonauftakt, der dem Vorjahresaufsteiger am Sonnabend um 19.15 Uhr in der Stadionhalle ein Heimspiel gegen den ambitionierten Aufsteiger SG HC Bremen/Hastedt beschert. Im selben Atemzug sagt der zurzeit verletzte Coach aber auch: „Wir können in der Liga mit unserem Kader jede Mannschaft schlagen.“

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Ein Widerspruch? Nein, denn das etwas negative Gefühl beim 31-Jährigen liegt in der Vorbereitung. „Da bin ich mit dem zweiten Teil der sehr langen, insgesamt dreimonatigen Zeit nicht ganz zufrieden“, sagt Haake (Foto links). „Wir haben eigentlich nur eine Woche gehabt, wo wir einigermaßen geschlossen trainieren konnten.“ Das Resultat habe man zum Beispiel im Spiel gegen den TV Neerstedt gesehen. Der TVN habe fast immer komplett trainieren üben können und wirkte deshalb deutlich eingespielter. „Diese Woche haben wir aber sehr konzentriert trainieren können. Am heutigen Donnerstag ist das Abschlusstraining.“ Da ist er wieder, der optimistische Haake. „Die Vorbereitungszeit war sehr lang und deshalb ist es gut, dass es jetzt endlich losgeht.“

Ist die HSG ein Jahr nach dem Aufstieg stärker als im Vorjahr? „Vom Kader her ja“, sagt Haake, „aber ob das zu einer besseren Platzierung als im vorigen Jahr reicht…“ Auf Platz zehn landeten die Delmenhorster in ihrem ersten Oberliga-Jahr nach langer, 13-jähriger Wartezeit in der vorigen Saison.

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Wie wichtig der große Kader ist, zeigt sich bereits vor dem ersten Saisonspiel. Mit Haake und Fino Oetken sind zwei Spielmacher verletzt. Oetken hat in der Woche wieder trainiert und dürfte am Sonnabend im Kader stehen. Haake, der sich beim Erima-Cup in Neerstedt das Schlüsselbein gebrochen hat, sich gegen eine Operation entschieden hat, hofft, im Dezember wieder einsteigen zu können. „Auf der Mittelposition macht aber auch Jörn Janßen einen guten Job“, bleibt Haake doch etwas gelassen, „er hat eine gute Entwicklung genommen und ist wohl der fitteste Spieler in unserem Kader.“

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Auch in der kommenden Saison hoffen die HSG-Handballer wieder auf die Unterstützung ihrer Fans.

Damit aber nicht genug mit Verletzungen: Eigentlich wollte der Trainer mit Kevin Larisch und Jonas Meißner ab der neuen Saison zwei Nachwuchstalenten des Vereins eine Chance geben. Beide hinterließen auch gute Eindrücke , verletzten sich aber ebenfalls. Sobald die Youngster ihre Verletzungen auskuriert haben, seien sie aber für die erste Mannschaft wieder ein Thema, sagt Haake.

Große Hoffnungen liegen bei Torben Sudau

Seinen Optimismus zieht der Coach aber auch aus einer ganz wichtigen Verstärkung. Mit Torben Sudau, der im vorigen Jahr noch unter dem Namen Kruse für die TSG Hatten/Sandkrug gespielt hat, ist ein starker Rückraumspieler zur HSG gestoßen, der auch im Eins-gegen-Eins-Spiel seine Stärken hat. Sudau kennt die Oberliga seit vielen Jahren, war auch schon für den TV Neerstedt aktiv. „Er ist ein Mann, der für die einfachen Tore steht“, sagt Haake. Er benötigt allerdings noch etwas Zeit, um sich an das gebundene Spiel seines neuen Teams zu gewöhnen. „Wir spielen etwas anders, als Torben es aus Sandkrug gewohnt ist“, sagt Haake.

Es gibt bei der HSG noch einige Baustellen. „Das Zusammenspiel vorne muss noch verbessert werden“, plaudert Haake aus der Schule, „die Abläufe stimmen noch nicht.“ In der Abwehr fehle es noch an der Einstellung und der Aggressivität. „Alle müssen dort zupacken, nicht nur einer oder zwei.“

Sorgen bereitet auch die Besetzung der Kreisläuferposition, nachdem Marcian Markowski (Studium in Köln) und Meik Schäfer (Handballpause) ihren Abschied verkündet hatten. In Alexander Schöps (TG Herford) wurde ein neuer Mann für diese Position verpflichtet. Schöpf soll sich die Aufgabe künftig mit Dominik Ludwig (Foto oben rechts) und Christopher Hartwig (Foto oben links) teilen.„Christopher ist gesetzt, Alexander und Dominik konkurrieren um den Platz dahinter“, sagt Haake zur Hierarchie auf der Kreisläuferposition. „Ich hoffe, dass Dominik endlich einmal fit bleibt und sich zeigen kann“, baut Haake auf Ludwig.

„Zuerst muss die Abwehr stehen“

„Insgesamt müssen wir mehr Konstanz an den Tag legen“, fordert der HSG-Trainer. Gerne denkt er dabei an die Rückrunde der vorigen Saison: „Da haben wir eigentlich nur ein Spiel klar verloren, sonst haben wir immer mindestens mithalten können. Spielerisch gehören wir zu den besseren Mannschaften der Liga.“ Talente habe man genug im Kader. Jetzt gelte es noch die Gesamtdisziplin zu verbessern. „Wir müssen uns auf handballerische Grundlagen besinnen“, erklärt er, „das heißt: Erst muss die Abwehr stehen, dann muss aggressiv zugepackt werden und das Rückzugsverhalten muss stimmen.“

Als Favoriten der Oberliga sieht Haake die HSG Barnstorf/Diepholz, Drittliga-Absteiger ATSV Habenhausen und den VfL Edewecht an. Aber auch den verstärkten TV Cloppenburg, der sich erst vor wenigen Tagen überraschend von seinem bereits seit langem in der Kritik der Mannschaft stehenden Trainer Andreas Roßberg getrennt hat, müsse man auf der Rechnung haben. Einen Nachfolger gibt es beim TVC noch nicht. Kapitän Lennart Witt, der nach seiner Schulterverletzung noch nicht einsatzfähig ist, wird zunächst von der Bank coachen.

Junges Team mit zwei starken Säulen zu Gast

Der erste Delmenhorster Gegner, die SG HC Bremen/Hastedt, sei ein besonders starker Aufsteiger, meint Haake. Die junge Mannschaft von Neu-Coach Barna-Zolt Akascos verfügt über Spieler mit Drittliga-Erfahrung wie Spielmacher Marten Franke und Neuzugang Yannick Schäfer. Der Rückraumspieler musste mit dem ATSV Habenhausen die Dritte Liga verlassen und schloss sich dem Nachbarverein an.

Vielleicht ist die HSG am Sonnabend nicht der hohe Favorit, aber wie wird Fino Oetken auf der Facebook-Seite des Vereins zitiert? „Wir haben ein Heimspiel, das wir mit der Hilfe unsere Fans gewinnen wollen.“

Der Kader
Abgänge: Meik Schäfer, Marcian Markowski (beide stehen nur noch auf Abruf bereit), Michael Uken (hört auf).

Zugänge: Torben Sudau (TSG Hatten-Sandkrug), Alexander Schöps (TG Herford), Kevin Larisch (2. Herren), Jonas Meißner (A-Jugend).
Restkader: Mirko Lettmann, Olaf Sawicki, Sönke Schröder; Niclas Schanthöfer, Tobias Schenk, Jonas Meißner, Jörn Janßen, Benjamin Janssens, Tim Kieselhorst, Kevin Larisch, Andre Haake , Frederic Oetken, Stefan Timmermann, Colin Hörner, Philipp Freese, Christopher Hartwig, Dominik Ludwig.
Trainer: Andre Haake und Werner Rohlfs.

Spielplan der HSG Delmenhorst

Siehe auch: Start in die Handball-Oberliga

 

Start in die Handball-Oberliga

Am Wochenende ist Saisonauftakt in der Handball-Oberliga Nordsee. Aus dem hiesigen Kreis sind die HSG Delmenhorst, TV Neerstedt und die TSG Hatten/Sandkrug am Start. Alle drei Teams starten am Sonnabend mit Heimspielen: Die Delmenhorster empfangen um 19.15 Uhr Aufsteiger SG HC Bremen/Hastedt, Neerstedt freut sich auf das Derby gegen TV Cloppenburg (Anpfiff 19.30 Uhr) und die TSG hat zur gleichen Zeit den VfL Edewecht zu Gast.
Aber der Blog sportlocal blickt in dieser Saison über den Tellerrand hinaus, schaut auch auf andere Vereine – heute auf die vom früheren Coach Dag Rieken trainierte HSG Barnstorf/Diepholz.

Dicker Brocken im Anflug – Schwanewede kommt

Von Frank Simon

Sollte der Gewinn des diesjährigen Niehoff-Cups in Barnstorf wegweisend für die erste Mannschaft der HSG Barnstorf/Diepholz in der kommenden Saison in der Oberliga Nordsee sein? Fehlten doch offensichtlich zum Ende der Saison 2015/2016 einigen Akteuren der Mannschaft das eine oder andere Mal die Motivation und die notwendige Leidenschaft, um das abzurufen was am Anfang der Saison noch Bestandteil einer technischen starken Mannschaft war, nämlich jener kontinuierliche Siegeswille, der notwendig gewesen wäre, um am Ende ganz oben mitzuspielen.

Am 9. September um 20 Uhr in der Mühlenkamphalle Diepholz wird sich zeigen, wo in dieser Saison die Reise hingeht, trifft man doch auf einen außergewöhnlich schwierigen und anspruchsvollen Gegner: Die HSG Schwanewede/Neuenkirchen. In den letzten beiden Spielen kam es jeweils zu einem Remis zwischen den beiden stark besetzten Mannschaften. Die letzte Partie gegen die Schwanender brachte die Mühlenkamphalle zum Kochen, zugleich war es die meistbesuchte der letzten Saison.

Schwanewede/Neuenkirchen zeichnet sich durch eine hervorragende Nachwuchsarbeit aus, die mittlerweile auch Früchte trägt und zu einer starken Verjüngung des Kaders beigetragen hat. Neben dem aktuellen Nationalspieler Finn Lembke gingen diverse Talente in den letzten Jahren aus dieser Arbeit hervor. Die diesbezüglich enge Kooperation mit dem TBV Lemgo trägt dazu noch verstärkt bei. Der routinierte Spieler Andreas Swalkiewicz übernimmt in dieser Saison das Traineramt. Der nach der letzten Saison aus Burgdorf zurückgekehrte ehemalige A-Jugend Bundesligaspieler Nils Hutschlag wird in auf der rückraumlinken Position mit Sicherheit für Furore sorgen. Die harte und kompakte Deckung der Schwaneweder, mit Abwehrchef Fabian Rojahn und Torwart Sommerfeld, gilt es für die HSG Banstorf/Diepholz zu überwinden. Im Angriff der Schwanender dirigiert der routinierte und brandgefährliche Kreisläufer Matthias Ruckh das Spiel und wird von der Abwehr der HSG Barnstorf/Diepholz einfordern, kompakt zu stehen.

Aber auch die HSG Barnstorf/Diepholz hat sich durch den vom TV Bissendorf-Holte stammenden Mittelmann Steffen Brüggemann verstärkt. Durch sein gutes Auge und sein hervorragendes Spielverständnis erhöht sich jene Angriffsgefährlichkeit und Schnelligkeit, die gerade diese Mannschaft auszeichnet. Darüber hinaus ist es wünschenswert, dass der Pole Kamil Chylinski nach vielen Verletzungsproblemen in der kommenden Saison die Konstanz in seinen Leistungen wiederfinden kann, ist er doch durch seine unglaubliche Torgefährlichkeit ein unentbehrlicher Garant für die Erfolge der HSG in den vergangenen Jahren.

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Auch der junge, aus der Nachwuchsarbeit stammende Kevin Hermann (Foto oben), konnte sich in der letzten Saison mehr und mehr zeigen und sich durch sein pfeilschnelles Spiel auf Außen diverse Male auszeichnen. Wie auch Lukas Breuning, der zum Ende der letzten Saison sicherlich zu den stärksten Außen der Liga gehörte. Mit dem litauischen Kreisläufer Andrius Gervé stach ein altbekannter Akteur in der Vorbereitung durch starke Leistungen heraus und lässt hoffen, dass er nach der eher durchwachsenen letzten Saison zur alten Treffsicherheit zurückfindet.

Es wird also spannend am kommenden Wochenende, zeigte doch die Mannschaft der HSG Barnstorf/Diepholz mehrfach in der Vorbereitung, zu was sie in der Lage sein kann, nämlich bei konzentriertem und fokussiertem Spiel eine Mannschaft zu sein, die es mit Sicherheit in der Oberliga Nordsee zu fürchten gilt.

 

Der erste Spieltag:

Fr. 09.09.2016
20:00 HSG Barnstorf/Diepholz– HSG Schwanewede

Sa. 10.09.2016
18:00 TSV Bremervörde – ATSV Habenhausen 

19:15 HSG Delmenhorst– SG HC Bremen/Hastedt 
19:30 TV Neerstedt – TV Cloppenburg 
19:30 TSG Hatten-Sandkrug– VfL Edewecht
20:00 SG Achim/Baden– Elsflether TB

So. 11.09.2016
17:00 TV Bissendorf-Holte– VfL Fredenbeck II 

Das Museum eines Atlas-Fans

Von Dieter Freese

Fußballpausen sind für einen echten Fan kaum auszuhalten, das Warten auf die nächsten Spiele wird fast unerträglich. Da gilt es, sich etwas einfallen zu lassen, um die öde Zeit totzuschlagen.

Genau das hat auch Kevin Drewes aus Bookholzberg in der Winterpause der Saison 2014/15 getan. Er hat die Langeweile bekämpft, indem er ein Atlas-Museum gegründet hat. Das habe ich jetzt besucht und bin beeindruckt.

Vorherrschend in dem umfunktionierten Wohnzimmer im etwas versteckt liegenden Haus an der Kreyenhooper Straße sind Blau und Gelb – die Farben des traditionellen Fußballvereins SV Atlas Delmenhorst. Es ist nicht zu übersehen, dass genau diese Farben den Herzschlag des 26-jährigen Kevin bestimmen. Inzwischen hat er weit über 1000 Atlas-Exponate zusammengetragen, sortiert, zum großen Teil beschriftet und geordnet. In rund 25 Quadratmetern finden sich eine große Menge von dem, was an die ruhmreiche Geschichte des SV Atlas erinnert.

Da sind die vielen Plakate, von denen die wichtigsten gerahmt an der Wand hängen. Zum Beispiel das aus dem Juni 1976, als Atlas auswärts bei Altona 93 in der Adolf-Jäger-Kampfbahn mit 4:3 gewann und den Oberligaaufstieg verwirklichte. Passend dazu hängst die Spielmannszugjacke mit dem Atlas-Emblem an einem Kleiderständer. In dieser Jacke feierten die Atlas-Spieler in einer von zwei Schimmeln gezogenen Kutsche mit ihren Fans damals den Aufstieg. Es war ein Volksfest mit rund 10.000 jubelnden Menschen. Natürlich hat Kevin auch sofort den Zeitungsartikel dazu parat.

Erinnerungen an den Aufstieg im Juni 1976

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In dieser Spielmannszugjacke feierten die Spieler.

Ins Auge fällt natürlich auch sofort das in grün gehaltene Plakat, mit dem das DFB-Pokalspiel-Heimspiel von Borussia Mönchengladbach gegen Atlas angekündigt wird. „Das Plakat hat Peter Kupka mitgehen lassen“, plaudert Kevin aus dem Nähkästchen. 6:1 gewann der hochfavorisierte Bundesligist am 31. Januar 1981 standesgemäß.

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Denkwürdig: Das DFB-Pokal-Achtelfinale des SV Atlas auf dem Bökelberg

Ich erinnere mich: Das Ehrentor erzielte Herbert Meyer kurz vor dem Halbzeitpfiff per Elfmeter. dk-Fotograf Rolf Tobis rannte damals quer über den Platz, um diesen Augenblick im Bild festzuhalten. Dass er dabei seine halbe Ausrüstung aus dem Koffer verlor, war ihm egal. Wilfried Hannes (Elfmeter), Lothar Matthäus, Hans.Günter Bruns, Uwe Rahn (2) und Harald Nickel waren für die „Fohlen“ erfolgreich. Das Endergebnis stand schon zur Pause fest. Atlas-Trainer Bernd Oles hatte folgende Spieler im Kader: Hans-Jürgen Metz, Jürgen Baumgart, Wolfgang Schröder, Thomas Pfautsch, William Donougher, Herbert Meyer, Michael Hansen, Hans-Dieter Bentrup, Ottmar Ahlers, James Weir, Günter Selke, Willi Götz.

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Schals, soweit das Auge reicht.

Zahlreiche Wimpel, Biergläser, Tassen, Schals, Schirmmützen, Nummernschilder, Buttons, Tröten, Pokale, Trikots – es fehlt an nichts. Vor allem die 27 Trikots aus den 90er Jahren erwecken mein Interesse und Erinnerungen. Zwei Ordnerjacken aus den 1990er Jahren hat Atlas-Urgestein „Ali“ Sprung beigetragen.

Trikots
Verschiedene Atlas-Trikots. Insgesamt hängen 27 im Museum.

Diese zwei Ordnerjacken hat „Ali“ Sprung vorbeigebracht

Da sind die alten Stadionhefte „Sport-Echo“ und „Atlas Journal“, deren Jahrgänge in Kevins Museum nahezu vollständig vorliegen. Ich finde dort in dem damals von Horst-Harry Bäume herausgegeben „Atlas-Journal“ auch einen Artikel von mir aus dem Jahr 1984. Ich habe damals in meiner Eigenschaft als Referent für Öffentlichkeitsarbeit der Sportjugend ein Vorwort für das Journal geschrieben.

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Einen Artikel von mir im „Atlas-Journal“ haben wir auch gefunden

Kevin ist in einer „fußball-verrückten“, oder besser gesagt „atlas-verrückten“ Familie groß geworden. Bert Drewes wurde von seinem Vater Dieter mit dem Atlas-Virus infiziert. Für sein besonderes Engagement für den SVA, den Bert Drewes und seine Frau Heike vor allem in den schlechteren Zeiten unterstützt haben, überreichte ihm die Mannschaft mit Trainer Hartmut Konschal, der das Museum auch schon besucht hat, ein Trikot mit den Autogrammen aller Spieler.

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Bert Drewes vor dem Trikot, das ihm die Atlas-Mannschaft geschenkt hat.

Kevin war gerade einmal sechs Wochen alt, als er sein erstes Atlas-Spiel erlebte. Es war der wichtige 2:0-Sieg gegen Hameln, durch den die Blau-Gelben den Abstieg in die Verbandsliga abwehrten.

Nicht verwunderlich also, dass das Atlas-Museum im Winter 2014 seinen Ursprung auf dem Dachboden von Papa Bert hatte. Da fanden sich bereits unzählige Souvenirs vom SV Atlas. Auch bei Peter Kupka wurde man auf dessen Boden fündig.

Es hat sich herumgesprochen, dass es dieses Museum gibt – auch bei ehemaligen Spielern. „Gerd Stegnitz wird im Herbst drei Trikots vorbeibringen“, freut sich Kevin. Uwe Hammes hat Original-Pokale, unter anderem den vom Aufstieg in die Regionalliga 1995, eine Sektflasche und andere Erinnerungsstücke abgeliefert. Auch andere haben ihre Unterstützung zugesagt.

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Eine Vitrine mit Erinnerungen, die Uwe Hammes geliefert hat.

Es gibt aber ein kleines Problem: Allmählich wird es zu eng im Atlas-Museum. „Ich habe schon ins Auge gefasst, es auf den Flur zu erweitern“, sagt Kevin. „Vielleicht stellt ja auch ein Sponsor des Vereins Räume zur Verfügung,“ hofft der Hobby-Museumschef heimlich.

Kevin Drewes möchte seine beachtliche Sammlung allen Atlas-Fans zugänglich machen. Damit sich auch sein persönliches finanzielles Engagement bezahlt macht. „1000 Euro  habe ich wohl schon für Möbel. Vitrinen, Bilderrahmen und so weiter zugebuttert“, rechnet Kevin vor. Um das Museum der Öffentlichkeit zuzuführen hat er die Internetseite www.svatlasmuseum.de.tl eingerichtet, die noch nicht vollständig fertig ist. Wer Interesse hat, das Museum zu besichtigen, oder über Atlas-Utensilien verfügt, die er dem Museum zur Verfügung stellen möchte, kann sich per E-Mail an svatlasmuseum@web.de melden.

Titelfoto: Ich lasse mir von Kevin Drewes Anekdoten zu den Atlas-Exponaten erzählen. Foto: Bert Drewes
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